Intel Atom-Prozessor für Tablets Der erste Oak-Trail-Chip heisst Atom Z670

Nachdem schon seit 2010 über den Starttermin für Intels erstem Prozessor speziell für Tablets spekuliert wurde, ist es in Kürze so weit: Der erste Chip aus der Plattform „Oak Trail“ wird der Atom Z670.

Nachdem die ersten Chips der Atom-Z600-Serie aus der „Moorestown“-Plattform kamen, folgt jetzt also „Oak Trail“. Der Prozessorteil („Lincroft“) ist exakt der gleiche, wie man ihn auch in „Moorestown“ vorfindet und nach wie vor in einem 45-nm-Prozess gefertigt: Neben dem Atom-Core, der mit 1,5 GHz getaktet wird und maximal per Hyper-Threading auf 2 Threads kommt, finden sich dort der Speichercontroller sowie Grafik wieder: Der GMA 600 auf PowerVR-Basis unterstützt OpenGL ES2.0, OpenGL 2.1, OpenVG 1.1 und Video-Formate wie H.264. Der L2-Cache ist mit 512 Kbyte ebenfalls identisch geblieben.

Neu bei „Oak Trail“ ist dagegen der dazu passende Chipsatz SM35 mit der Bezeichnung „Whitney Point“. Dieser stellt Schnittstellen wie SATA, USB und HDMI sowie zusätzlich einen Audio-Codec zur Verfügung. WLAN, UMTS und WiMAX muss ebenso wie die Stromversorgung über weitere Chips aus dem Hause Intel oder von Drittanbietern angebunden werden.

Die TDP des gesamten Gespanns soll bei 3 W liegen, was deutlich mehr ist als die Leistungsaufnahme eines SoC wie Qualcomms Snapdragon auf Basis eines ARM-Cores, das dazu noch den Basisband-Prozessor dabei hat.

Fakt ist, dass es Intel mit „Morrestown“ nicht geschafft hat, im Tablet-Markt Fuß zu fassen. Ob es mit „Oak Trail“ besser wird, bleibt abzuwarten, da zumindest einige Schwächen von Moorestown vererbt wurden. Der ehemalige Chef der „Ultra Mobility Group“, Anand Chandrasekher, musste laut Gerüchten aus dem Silicon Valley seinen Hut nehmen, da es ihm nicht gelungen ist, Intel im Markt der Tablets und Smartphones voranzubringen.

Auf der anderen Seite hatte Intel-CEO Paul Otellini Ende 2010 angekündigt, dass 2011 mindestens 11 Tablets mit Atom-Prozessor auf den Markt kommen werden. Gezeigt wurde u.a. ein Tablet von Fujitsu.

Die andere bislang unbeantwortete Frage ist, wie teuer wird der Atom Z670. Unfreiwillig hatte Intel für einen kurzen Zeitraum hierzu eine Preisliste im Internet stehen, auf der ein Preis von 75 Dollar ersichtlich war und die mittlerweile wieder verschwunden ist. Dies wäre signifikant teurer als vergleichbare SoCs auf ARM-Basis, die in entsprechenden Stückzahlen zwischen 20 und 25 Dollar liegen.

Die offizielle Ankündigung von Intel dürfte in Kürze folgen.