Erster Mikowellenherd ohne Magnetron Der Anfang vom Ende der Magnetrone?

200 W leistet der erste Mikrowellenherd ohne Magnetron, den der chinesische Küchengerätehersteller Midea zusammen mit Ampleon entwickelt hat.
200 W leistet der erste Mikrowellenherd ohne Magnetron, den der chinesische Küchengerätehersteller Midea zusammen mit Ampleon entwickelt hat.

Mikrowellenherde sind elementarer Bestandteil heutiger Küchen. In ihrem Innern erzeugten bisher ausschließlich Magnetrone die HF-Energie. Auf dem International Microwave Symposium (IMS) wird Ampleon den ersten in Serie produzierten Solid-State-Mikrowellenherd präsentieren.

Ein Jahr lang haben Ampleon, die Anfang 2016 von NXP verkaufte HF-Leistungshalbleitersparte, und Midea, einem chinesischen Hersteller von Haushaltsgeräten, am HF-Leistungsverstärker für Mikrowellenherde gearbeitet, der nun im ersten Serienprodukt von Midea eingebaut wird. Ziel der Entwicklung war es, einen kleinen Ofen zu bauen, mit kleiner Kammer und nur einer Antenne, der die Speisen in der Kammer gleichmäßig erhitzt. Er soll in kleinen Küchen oder mobil eingesetzt werden können. Demzufolge ist der erste Halbleiter-Mikrowellenherd mit 200 W für den Netzbetrieb und den Betrieb an 24 V(DC) ausgelegt.

Für die Gesamtkonstruktion des Halbleiter-Mikrowellenherdes war Midea verantwortlich. Die Elektronik und die HF-Leistungsstufe haben Ampleon und Midea gemeinsam entwickelt.

Pinglu Chen, Verkaufsleiter für Asien und Leiter für China bei Ampleon, betont die Vorteile der Halbleiterstufe gegenüber der Vakuumröhre: „Der wesentliche Vorteil der Halbleitertechnik für das Mikrowellenkochen ist, dass eine gleichmäßigere Erwärmung erreicht werden kann, da Ausgangsleistung, Frequenz und Phase gesteuert werden können – unmöglich mit einem Magnetron.“ Er vergleicht den kommenden Ersatz der Magnetrone durch HF-Leistungshalbleiter mit dem Wechsel von der analogen zur digitalen Fernsehübertragung.