Kommentar: Die iRevolution, die keine ist Darum wird die Apple-Watch zum iFlop

Apple Watch
Apple Watch

Wird Apples Smart-Watch nach iPhone und iPad die nächste Gelddruckmaschine für den Milliarden-Konzern aus Cupertino? Ich selbst, unter meinen Kollegen als »Apple-Fan« verschrien, sage nein: Die Watch wird vielmehr zum iFlop.

Ich gebe zu: Ich arbeite gerne mit meinem Macintosh, reise gerne mit meinem iPad und liebe meine mobile Kommunikationszentrale, ein iPhone 6. Insbesondere das Arbeiten „ohne Grenzen“, die Durchgängigkeit zwischen den Geräten mit einheitlichen Apps und Daten hat den Komfort aus Benutzer-Sicht auf eine neue Stufe gehoben.

Ich bin allerdings – anders als von meinen Kollegen vermutet – kein Fan des Unternehmens Apple oder der Marke Apple. Ein Fan identifiziert sich mit dem Objekt seiner Begierde, hat keine gesunde Distanz und heißt in einer Art Automatismus alles Gut, was von dem angehimmelten Unternehmen (oder Fußballverein) geliefert wird.

iPhone und iPad waren die letzten beiden iRevolutionären Geräte, die Apple-Watch, erstes neues Produkt in der Post-Steve-Jobs-Ära, dagegen wird es nicht.

Das Kernproblem: Die Apple Watch ist kein Mobilgerät

Ein bewegliches Gerät ist etwas anderes als ein Mobilgerät. Während viele Menschen ihr Smartphone quasi 24 Stunden am Tag bei sich führen (in der Tasche oder auf dem Nachttisch), gibt dies nicht für andere bewegliche Geräte: Kennen Sie jemanden, der eine Digitalkamera von Canon oder Nikon auf den Nachttisch legt? Der mit einer Playstation in der Tasche zur Arbeit fährt? Oder der einen Casio-Taschenfernseher mit zur Toilette nimmt? Ich nicht, obwohl auch diese Geräte beweglich sind.

Der iPod Touch, ein WiFi-basierter Musikspieler im Design eines iPhones ist tot. Smartphones in Größe eines Phablets haben echte Tablets in Wachstumsrate und Umsatz überholt. Während ein iPad ein Wettbewerber für die PC-Industrie ist, ist es das iPhone in der Mobilgeräte-Industrie. Letztere schlägt die PC-Industrie in allen Metriken von der Anzahl der Benutzer über die Anzahl der verkauften Einheiten über Umsätze bis zu den Gewinnen.

Es gibt einen großen Unterschied zwischen erfolgreichen Mobilegräten und wenig erfolgreichen ultraportablen Geräten. Am einfachsten ist er mit dem „es klingelt in der Tasche“-Test zu erklären. Ein Mobilgerät besteht ihn, ein ultraportables Gerät nicht.

Die Frage bei diesem Test ist: Können wir auf einem Gerät, dass sich in unserer Hosentasche befindet, Informationen erhalten, während wir z.B. in einem Taxi fahren? Beim iPhone ist das zweifelsohne der Fall. Beim iPad nicht, es passt nicht in die Hosentasche. Der iPod Touch passt zwar dort hinein, er ist jedoch von WiFi abhängig und besteht den Test daher nicht. Anders – in der Sprache des IP-Herstellers ARM - formuliert: Er ist nicht „always connected“.

Das Problem ist: Gleiches gilt für die Apple Watch. Sie ist zwar klein und passt nicht nur in die Hosentasche, sondern sogar ans Handgelenk, aber sie kann nicht unabhängig agieren. Sie hängt – anders als viele andere Watches mit integrierten SIM-Karten wie Samsungs Gear - vielmehr von einem iPhone ab. Sie können nicht ohne iPhone joggen gehen und SMS empfangen oder im Fitness-Studio das iPhone im Spind lassen, die Apple Watch funktioniert schlichtweg nicht mehr. Im Flugzeug, wo Sie das iPhone in den Flugmodus schalten müssen, haben Sie eine Uhr am Handgelenk, die nicht mehr „smart“ ist. Die Apple Watch ist ein ultraportables Gerät, aber sie ist kein Mobilgerät.