ARM liefert Safety-Package für Applikationsprozessoren Daimler will Cortex-A-SoCs für ADAS einsetzen

Nach dem Cortex-R5 liefert ARM jetzt auch für seine für 64-Bit-Applikations-Prozessoren des Typs Cortex-A die für eine Safety-Qualifikation erforderlichen Dokumente, so dass diese ARM-Prozessoren jetzt auch in sicherheitsrelevanten Anwendungen zum Einsatz kommen können. Nach Audi will offenbar auch Daimler auf ARM-SoCs setzen.

Die enge Partnerschaft zwischen ARM und Audi über ARMs Lizenznehmer NVIDIA und dessen Tegra-SoCs wurde ja schon häufiger thematisiert, jetzt äußerte sich auch Daimlers Chef für Fahrerassistenzsysteme, Prof. Dr. Ralf Herrtwich, hinsichtlich des zunehmenden Einsatzes von Cortex-A-CPUs im Automotive-Umfeld. Der IP-Hersteller ARM liefert jetzt auch für Cortex-A-CPUs die vollständigen Dokumentationen, die zur Qualifikation gemäß den funktionalen Sicherheitsstandards z.B. für die Bereiche Automotive (ISO 26262), Industrie (IEC 61511/61513) oder E/E/PE-Systemen (IEC 61508) erforderlich sind.

Safety-Package für ARM

Das Safety-Package von ARM umfasst für Cortex-A53/A57/A72 ein so genanntes Safety-Manual, das detailliert über alle Eigenschaften im Prozessor informiert, die zur Erkennung, für das Management und die Steuerung von Fehlerfällen implementiert sind. Im Safety-Manual finden sich unter anderem auch Infos über die Fehlerkorrektur oder Speicherschutz-Mechanismen. Dazu kommen FMEA-Report und ein Development-Interface-Report.

Der Grund für den zunehmenden Erfolg der Cortex-A-CPUs im Automotive-Bereich ist der explodierende Bedarf an Rechenleistung insbesondere für Fahrerassistenzsysteme, die ein Wachstum von 18 % pro Jahr aufweisen. Gegenüber 2016 wird dieser Bedarf 2018 voraussichtlich um Faktor 20, im Jahr 2020 um Faktor 40-50 und bis 2024 um Faktor 100 ansteigen.

Neben Freescale und Texas Instuments, die bereits angekündigt haben, den neuen High-End-Core Cortex-A72 in ihren Chips zu verbauen, will auch Renesas seine strategische Partnerschaft mit ARM für den Bereich ADAS ausbauen.

ARM selbst sieht wenig überraschend keine Vorteile bei der Nutzung proprietärer Prozessor-Architekturen mehr, zumal die CPU heute ja kein Differenzierungs-Merkmal mehr darstellt. Ganz im Gegenteil argumentiert der IP-Hersteller, dass die Wahrscheinlichkeit, dass eventuelle Probleme schnell gefunden und gelöst werden können, steigt, wenn alle Kunden die gleiche IP einsetzen.

Der Standard-ARM-Compiler wurde bereits vom TÜV Süd für safety-relevante Software zertifiziert und zwar bis ASIL D gemäß ISO 26262 beziehungsweise SIL 3 gemäß IEC 61508 ohne weitere Qualifizierung der Tool-Chain.