Elektronik-Zeitreise Computer gefeuert

Im Jahr 1970 drängten Mitarbeiter eines englischen Unternehmens darauf, den Computer wieder abzuschaffen. Ihrem Wunsch wurde stattgegeben. Für die Redaktion der Elektronik war das damals erheiternd, aber auch unverständlich.

Fristlos entlassen wurde – nach einer Meldung von Associated Press – in Birmingham der Computer eines großen Werkes. 4.000 Arbeiter drohten mit Streik, weil in zwei von zehn Fällen ihre Lohnabrechnungen falsch waren. Die Firma beugte sich der Forderung nach »Entlassung « des Computers. Die Lohnabrechnungen werden nun wieder »von Menschen« durchgeführt.

Je öfter man diese Meldung liest, desto verdrehter erscheint sie einem. Und da sind wir auch schon wieder beim Thema »Wundergläubigkeit an den Computer« angelangt. Der Laie nimmt das alles für bare Münze, was er in den albernen Sensationsberichten über die Computer hört und liest. Er befreift nicht mehr, daß auch hinter dem Computer immer nur der Mensch steht. Menschen machen eben Fehler. Und entschuldigen sich grinsend: »Irren ist menschlich. Und je mehr man sich irrt, um so menschlicher ist man.«

Nun wird in Birmingham die Lohnabrechnung also wieder nach der bewährten Methode vorgenommen. Aber seit es Lohnbüros gibt, hat es auch am Zahltag Reklamationen gegeben. Doch der Computer ist ja nun ausgeschaltet! Und die Mitarbeiter im Lohnbüro werden sich jetzt gar nicht mehr trauen, auch nur mit Tischrechnern zu arbeiten, sonst nimmt man ihnen die vielleicht eines Tages auch noch weg, falls sich da mal wer vertippt.

So bleibt nur das Kopfrechnen übrig. Hand aufs Herz: bei den immer »einfacher« werdenden gesetzlichen Bestimmungen mit Zuschlägen, Abschlägen, Lohnsteuervorauszahlungen, Arbeitnehmerfreibeträgen, Kirchensteuern, Kindergeld und vermögenswirksamen Sparbeträgen muß Kopfrechnen geradezu eine Lust sein. Schließlich soll die Arbeit Freue machen. Also: Schmeißt die Computer raus! Es lebe der (rückschrittliche) Fortschritt!