Vorträge auf der Productronica 2019 COGD informiert über Obsoleszenz-Risiken und deren Vermeidung

Wenn ein wichtiges Bauteil auf dem Markt plötzlich nicht mehr zur Verfügung steht, kann dies gravierende Auswirkungen haben. Notwendig ist ein Obsoleszenz-Management entlang der Supply Chain. Lösungsansätze präsentieren Mitglieder der COGD am 12. November auf der Productronica 2019 in München.

Die Experten der Component Obsolescence Group Deutschland (COGD) e.V., einem gemeinnützigen Industrieverband mit aktuell über 150 Mitgliedsfirmen, gehen davon aus, dass inzwischen bis zu 50 Prozent der gesamten Produktzykluskosten durch direkte oder indirekte Obsoleszenz-Folgen entstehen. Für Hersteller langlebiger Wirtschaftsgüter aus den Bereichen Aerospace, Automatisierungs-, Automobil-, Bahn-, Kraftwerks-, Medizin oder Militärtechnik entwickeln sich obsolete Komponenten damit immer mehr zum oft nur schwer kalkulierbaren Kostenrisiko.  

Nachdem nicht nur elektronische Bauteile und Systeme, sondern zunehmend auch Leiterplattenmaterialien, Hilfsstoffe, Software-Tools etc. von Obsoleszenz betroffen sind, halten immer mehr Fachleute mittelfristig die Einführung eine skonsequenten Obsoleszenz-Managements entlang der kompletten Supply Chain für unumgänglich. Einige pro- und reaktive Lösungsansätze präsentieren Mitglieder der COGD am 12. November von 15.30 bis 17.30 Uhr auf der Productronica.

Diese Themen erwarten die Besucher

Eröffnet wird die auf dem Innovation Forum in Halle B2 in Kooperation mit der Messe München stattfindende Vortragsreihe von Dr. Wolfgang Heinbach. Der Vorstandsvorsitzende der COGD und President des International Institute of Obsolescence Management (IIOM) zeigt in seinem Beitrag auf, wie sich der Austausch von Wissen und Erfahrungen bei der COGD und dem IIOM positiv auf die eigenen Geschäftsprozesse auswirken können.

Zwei im Gegensatz zur heutigen Wegwerfmentalität besonders ressourcenschonende Second Life-Beispiele präsentiert anschließend Michael Knöferle, Leiter Vertrieb & Marketing BMK Group, bevor Dr. Jörg Berkemeyer, Business Development bei IHS Market, ebenfalls anhand verschiedener Bespiele die Möglichkeiten eines komplexen Tools wie BOM Intelligence in punkto Stücklisten-Analyse, Suche nach alternativen Bauteilen sowie PCN-Management erörtert.

Es folgt ein weiterer Vortrag von Dr. Heinbach, in dem der Geschäftsführer von D+D+M Daten- und Dokumentationsmanagement ausführlich die Vorteile von prozessstandardisierten Software-Tools wie smartPCN erläutert.

Auf die langfristige Lagerung kritischer Komponenten zur Gewährleistung der Verfügbarkeit für Serienproduktion oder Ersatzteile hat sich HTV spezialisiert. Holger Krumme, Technischer Direktor des Unternehmens, stellt Interessenten anhand eines Vergleiches verschiedener Einlagerungsmethoden deren Vor- und Nachteile vor und zeigt Alternativen auf, die die Lagerfähigkeit auf bis zu 50 Jahren erhöhen können. Abgerundet wir die Vortragsreihe von Anke Bartel, Regional Product Manager EMEA bei Velocity Electronics, die ihre Zuhörer zum Abschluss darüber informiert, wo derzeit die Lieferzeiten steigen oder fallen und welche Trends sich auf dem Markt für elektronische Bauelemente abzeichnen.