Illegale Praktiken Chiphersteller Qualcomm muss 242 Millionen Euro Strafe zahlen

Qualcomm Headquarter im kalifornischen San Diego.
Qualcomm Headquarter im kalifornischen San Diego.

Der Halbleiterhersteller Qualcomm soll laut der EU-Kommission einen Konkurrenten mit illegalen Praktiken in den Ruin vertrieben haben und muss dafür eine Millionen-Strafe bezahlen. Es ist nicht das erste Mal, dass der Chip-Riese bluten muss.

Gegen den Chipkonzern Qualcomm haben die EU-Wettbewerbshüter wegen illegaler Geschäftspraktiken eine Strafe von 242 Millionen Euro verhängt. Die EU-Kommission sieht es als erwiesen an, dass das Unternehmen vor rund zehn Jahren seine marktbeherrschende Stellung ausgenutzt hat, um einen Konkurrenten aus dem Markt zu drängen.

Im Kern geht es um Chipsätze für den Mobilfunkstandard UMTS der dritten Generation (3G). "Das strategische Vorgehen von Qualcomm verhinderte Wettbewerb und Innovation auf diesem Markt und beschränkte die Auswahl der Verbraucher in einer Branche, in der die Nachfrage nach innovativen Technologien und das Potenzial dafür sehr hoch sind", erklärte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager.

Das Unternehmen habe zwischen 2009 und 2011 die Chips unter den Produktionskosten verkauft - unter anderem an den chinesischen Huawei-Konzern, um den Konkurrenten Icera auszuschalten. Icera wurde 2011 von Nvidia übernommen, das 2015 die betroffene Chipsparte abwickelte.

Die EU-Wettbewerbshüter hatten im vergangenen Jahr gegen Qualcomm bereits eine Strafe von fast einer Milliarde Euro verhängt. Damals ging es aus Sicht der Wettbewerbshüter um unerlaubte Methoden, mit denen sich das Unternehmen einen Platz für seine Chips in Apples iPhones und iPads sicherte. Auch mit Apple führte Qualcomm einen jahrelangen Patentstreit - den die Unternehmen im April 2019 mit einem Vergleich beilegten.