Intel CEO Paul Otellini tritt ab – Nachfolger unbekannt

Paul Otellini, President und CEO, Intel
Paul Otellini, President und CEO, Intel

Der Chef des weltgrößten Halbleiter-Konzerns Intel tritt ab: Paul Otellini hört im Mai 2013 auf, ein Nachfolger steht noch nicht fest.

Ein Nachfolger stehe noch nicht fest, erklärte Intel, es seien sowohl interne als auch externe Kandidaten denkbar. Die Intel-Aktie reagierte mit einem Kursrückgang auf die Nachrichten.

„Es ist an der Zeit, weiterzuziehen und das Ruder bei Intel an eine neue Führungsgeneration abzugeben“, erklärte Otellini, der u.a. auch als Berater in High-Tech-Fragen für die US-Regierung tätig ist. Otellini, der im Oktober 62 Jahre alt wurde, steht seit fast acht Jahren an der Spitze des Prozessorherstellers. Seinerzeit übernahm er den CEO-Posten von Craig R. Barrett. Er war beinahe vier Jahrzehnte im Unternehmen, unter seiner Ägide wuchs Intel kräftig, wurde zuletzt aber von der Flaute im PC-Markt erwischt.

Verwaltungsratschef Andy Bryant lobte Otellini als „starke Führungspersönlichkeit“. Er habe das Unternehmen durch schwierige Zeiten geführt. Damit dürfte Bryant besonders auf die Wirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 anspielen, die Intel fast ohne Blessuren überstanden hatte – anders als die meisten Firmen in der Halbleiterindustrie.

Während Otellinis Amtszeit stieg der Jahresumsatz von 38,8 auf 54 Milliarden Dollar, die Aktionäre erhielten Dividenden-Ausschüttungen im Gesamtumfang von 23,5 Milliarden Dollar. Mit einem Börsenwert von mehr als 100 Milliarden Dollar gehört das Unternehmen aus dem kalifornischen Santa Clara zu den teuersten Konzernen der Welt.

Allerdings ist der Kurs seit Jahresbeginn um 17 Prozent gefallen. Grund sind die schnell sinkenden PC-Verkäufe. Zum einen halten sich Firmen angesichts der unsicheren Wirtschaftslage mit Neuanschaffungen zurück. Zum anderen wird das PC-Geschäft durch Tablets und Smartphones beeinträchtigt.

In diesen Segmenten halt ARM quasi ein Monopol, Intel-Prozessoren, findet man nur in einigen wenigen Smartphones und Tablets. Vor dem nächsten CEO liegt die überlebenswichtige Aufgabe, Intel in diesem Bereich stärker aufzustellen. Zuletzt war der Quartalsumsatz um 5 Prozent und der Gewinn um 14 Prozent gefallen.