“Neues ST Microelectronics”: Ausstieg aus Joint-Venture ST Ericsson, nur noch zwei Geschäftsbereiche

Der Chip-Hersteller ST Microelectronics hat sich neu erfunden: Schlanker, fokussierter und ohne das verlusttreibende Joint-Venture ST Ericsson wird man zukünftig agieren. Die Kosten sollen dramatisch sinken.

ST wird sich zukünftig auf die Bereiche Sensorik (inklusive MEMS), Leistungselektronik und Automotive einerseits sowie das Embedded Processing (inklusive Mikrocontroller) andererseits konzentrieren.  Damit wird es statt bislang vier Geschäftsbereichen (ACCI, AMM, PDP und Wireless) nur noch deren Zwei geben.

Die operativen Ausgaben sollen beginnend mit dem Jahr 2014 pro Quartal auf 600 bis 650 Mio. Dollar limitiert werden, was gegenüber dem Geschäftsjahr 2011 mit 3,528 Mrd. Dollar eine Reduktion von 26 bis 32 Prozent bedeutet – wieviele Arbeitsplätze damit einhergehend abgebaut werden sollen, wurde in STs Meldung nicht mitgeteilt.

CEO Carlo Bozotti will zukünftig eine operative Marge von mindestens 10 % erzielen. Diese war nach 2010 (13 %) über 2011 (11 %) im Jahr 2012 auf Grund laufender Verluste negativ geworden.

Das verlustbringende Joint-Venture ST Ericsson wird aufgegeben. In welcher Form der Ausstieg passiert, ist noch unklar. Wenn sich für STs Geschäftsanteile kein Käufer findet, droht im Worst-Case eine Totalabschreibung auf Null, wie sie seinerzeit Infineon mit Qimonda erlebt hat. Ende des 3. Quartals 2013 soll der Ausstieg besiegelt sein.