20-nm-Produkte wandern auf FinFET-Prozess AMD: Gewinnwarnung für 2. Quartal 2015

Eine kurze Meldung des Prozessor-Herstellers AMD birgt Sprengstoff: Nach dem katastrophalen 1. Quartal soll das Zweite noch schlechter ausfallen, als vorhergesagt. Dazu wurden offenbar alle geplanten 20-nm-Produkte gecancelt.

In der Gewinnwarnung wird davon gesprochen, dass schlechter als erwartete APU-Verkäufe dazu führen werden, dass der ohnehin schon schlechte Umsatz im 1. Quartal um weitere 8 % auf dann rund 950 Mio. Dollar sinken wird. Die nicht nach GAAP bilanzierte Bruttomarge soll nur noch 28 % betragen, woraus man in Kenntnis der Kostenstruktur von AMD erneute Verluste ableiten kann.

Interessant ist der HInweis, dass diverse 20-nm-Designs auf einen Leading-Edge-FinFET-Prozess transferiert werden sollen. Bislang war nur bekannt, dass AMD einige Chips – vermutlich primär APU – in 20-nm-Fertigung bringen wollte, von denen nur ein Design explizit unter dem Codenamen „Skybridge“ bekannt war. Die Einstellung dieser Entwicklung wurde bereits bekanntgegeben.

Nach unseren Informationen hat AMD überhaupt keine 20-nm-Projekte mehr in der Pipeline, welcher Auftragsfertiger die FinFET-Chips bauen soll, ist ebenso unklar – Kandidaten sind TSMC und Globalfoundries, welches zusammen mit Samsung einen bereits für Exynos-Mobilprozessoren genutzten 14-nm-Prozess entwickelt hat.

Der Transformations-Prozess der Roadmap von 20 auf 14/16 nm FinFET soll 33 Mio. Dollar kosten. Die Vorteile für AMD sind unbestritten, da die Wettbewerbsfähigkeit u.a. in Bezug auf Rechenleistung und geringere Leckströme gesteigert wird. Auf der anderen Seite fertigt Marktführer Intel schon seit langem 14-nm-FinFET-Chips in seinen weltweit führenden Fabriken und es kostet AMD nicht nur Ressourcen und Geld, sondern auch Zeit, die Designs auf einen neuen Fertigungsprozess zu bringen.

Am 16. Juli dürften mehr Details enthüllt werden, dann präsentiert AMD nämlich die endgültigen Quartalszahlen für Q2 2015.