Microsofts Fenster-Pläne Windows 8: App-Store nach Apple-Vorbild geplant

Das italienische Online-Magazin "Windowsette" veröffentlichte eine vertrauliche Microsoft-Präsentation, aus der wichtige Eigenschaften des nächsten Betriebssystems Windows 8 ersichtlich sind. So will man einen App-Store nach Apple-Vorbild aufsetzen und die Aufweckzeit aus dem Sleep-Mode drastisch verkürzen.

Auf der CES-Messe in las Vegas hatte Microsoft-CEO Steve Ballmer angekündigt, dass Windows 8 neben Intel’s x86-Prozessoren auch ARM-basierte SoCs von TI, Qualcomm und Nvidia unterstützen wird. Die Strategie ist klar: Microsoft will sich nun auch vom wachsenden Kuchen der Mobilgeräte (Tablets, Smartphones) ein großes Stück abschneiden.

Interne Dokumente, die vom italienischen Online-Magazin „Windowsette“ veröffentlicht wurden, zeigen einige interessante Details.

Die Benutzerprofile sollen zukünftig nicht mehr lokal auf dem PC gespeichert, sondern in der Cloud abgelegt werden, damit man sich von unterschiedlichen Geräten anmelden kann (PC, Tablet, Smartphone).

Unter dem Codenamen „Project Thunderbay“ plant Microsoft des weiteren einen „App Store“ nach Apple-Vorbild. Die gekauften Apps werden ebenfalls online gespeichert, sodass die Apps auf jedem mit Windows 8 ausgestatteten Gerät verfügbar sind.

Auch das – freundlich formuliert – vergleichsweise zeitintensive An- und Abmeldeverhalten von Windows soll optimiert werden. Ausgeschaltete Geräte sollen erheblich schneller booten bzw. aus dem Idle-Modus in den aktiven Modus kommen – Tablets innerhalb einer Sekunde. Hier hat sich wohl die Erkenntnis durchgesetzt, dass längere Zeiten für iPad-verwöhnte Nutzer nicht vermittelbar wären.

Die Anmeldung soll statt ausschließlich per Tastatur auch per Gesichtserkennung möglich sein. Hierzu kommen die Webcams von Notebooks und anderen Geräten zum Einsatz.

Erstaunlich ist die Tatsache, dass Microsoft wohl auch bei Windows 8 mit einer stetigen Verlangsamung des Systems durch zusätzliche Treiber- und Anwendungsinstallationen rechnet, wie man sie heute kennt. Anders ist es nicht zu erklären, dass man eine Verbesserung beim „Neuaufsetzen“ des Systems plant. Ein Assistent soll Windows 8 hierbei in den Ausgangszustand zurücksetzen und dabei Benutzereinstellungen und Daten bewahren. Auch Apps sollen anschließend automatisch installiert werden können. Dies ist zwar gegenüber dem heutigen Zustand ein riesiger Fortschritt, dennoch stellt sich natürlich die Frage, warum es nicht möglich sein soll, ein Betriebssystem zu bauen, das überhaupt nicht neu installiert werden muss.

Windows 8 wird, wenn man den bisherigen Launches von Microsoft folgt, 2012 verfügbar sein – ein offizielles Datum gibt es freilich noch nicht.

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Microsoft Windows 8 - die vertraulichen Folien

Microsoft hat sich bereits sehr konkrete Gedanken bzgl. der Anforderungen an Windows 8 gemacht und diese in einer vertraulichen Präsentation zusammengefasst.