Software Was ist neu bei Ubuntu 20.04 LTS?

Canonical, Hersteller von Ubuntu bietet ab sofort die neue Version 20.04 LTS zum Download an. Die Neuerungen beziehen sich hauptsächlich auf Sicherheit und Performance.

Mit der neuen Ubuntu-Version will der Hersteller Canonical weltweit den Einsatz von Open Source Software vorantreiben. Ubuntu 20.04 LTS repräsentiere den Stand der Technik bei Open Source für Unternehmen und Unternehmer, erklärt Mark Shuttleworth, CEO von Canonical. »Wir wollen Ubuntu 20.04 LTS zur neuen gemeinsamen Referenzplattform für sicheres Cloud- und Edge-Computing machen«.

Neue Schutzmechanismen

Um diese hoch gesteckten Ziele zu erreichen, hat Canonical die neue Version mit einer Reihe von Schutzmechanismen ausgestattet. Vorgängerversionen waren bereits mit Kernel-Self-Protection-Maßnahmen sowie der Gewährleistung der Control-Flow-Integrität versehen. Jetzt kommt ein Stack-Clash-Schutz für ganzheitliche, zukunftsorientierte Sicherheitsstandards für Unternehmen hinzu.

Ubuntu 20.04 LTS enthält außerdem Secure Boot zum Schutz vor Low-Level-Attacken und Rootkits. Diese Methoden verwenden oft Angreifer, die mit Advanced Persistent Threats arbeiten, um Unternehmen und Behörden zielgerichtet zu attackieren. Außerdem begrenzt Ubuntu 20.04 das Verbreiten von Angriffen oder deren Ausbreitungsgebiet (»Blast Radius«): Die am stärksten exponierten Anwendungen auf dem Desktop und Server profitieren vom strikten Abschotten der in Snaps verpackten Anwendungen, wie das lokale Kubernetes-Paket, MicroK8s. Um Social Engineering-Angriffen entgegenzuwirken, führt die neue Version Fast ID Online (FIDO) für universelle Multi-Faktor- und kennwortlose Authentifizierung ein.

Des Weiteren kooperiert Canonical mit Hardware-Herstellern, um die Sicherheitsfunktionen des Betriebssystems so tief wie möglich in der Hardware zu verankern. So bietet Ubuntu 20.04 LTS  native Unterstützung für AMD Secure Encrypted Virtualization mit beschleunigter Speicherverschlüsselung zum Schutz gerade verwendeter Daten. Dazu zählt beispielsweise Hochleistungs-Skalierung für AMDs EPYC-Prozessoren mit 256 Threads und mehr.

Von VPN- über KI- bis zu Cloud-Funktionen

Ebenso hat sich Canonical zum Thema VPN Gedanken gemacht: Ubuntu 20.04 LTS wird mit WireGuard ausgeliefert und sogar auf Ubuntu 18.04 LTS zurückportiert, um es schneller im Unternehmen zu verbreiten.

Ebenfalls nicht fehlen darf eine Unterstützung für Microsoft Azure. In der neuen Version ist es einfacher, Workstation-Umgebungen zu verwalten, außerdem garantiert Microsoft eine langfristige Stabilität und Sicherheit von Ubuntu Pro für Azure über eine Vielzahl von Rechenoptionen hinweg. Verbessert wurde ebenfalls das Einbinden in Windows: Das neue Windows-Subsystem für Linux v2 in Windows 10 ermöglicht eine tiefe und direkte Integration von Ubuntu in Windows-Desktops und -Server, sowohl für das plattformübergreifende Entwickeln als auch für anspruchsvolle gemischte Windows/Linux-Produktivumgebungen.

Stichwort KI: Machine Learning- und KI-Tools verschiedener Anbieter sind ab sofort für Ubuntu 20.04 LTS verfügbar, zusammen mit 6.000 Anwendungen im Snapcraft Linux App Store, darunter Slack, Skype, Plex, Spotify, das gesamte JetBrains-Portfolio und Visual Studio Code. Ubuntu 20.04 LTS vereinfacht außerdem KI-Implementierungen mit dem NVIDIA CUDA Software-Stack, im Rechenzentrum genauso wie am Edge.

Beim Thema Cloud ist Ubuntu weit verbreitet als Kubernetes-Host in Public Clouds sowie in privaten Server- und Cloud-Infrastrukturen. Ebenso findet das Betriebssystem Verwendung in Großrechner-Umgebungen als Host beim Betrieb von Containern. Um die Cloud-Präsenz weiter auszubauen arbeitet Canonical eng mit IBM zusammen. So kündigt Canonical an, Ubuntu 20.04 LTS auf IBM LinuxONE und IBM Z bereitzustellen. Hiermit wollen die Partner ihren Kunden bei deren Weg in eine Hybrid-Cloud, die unternehmenskritische Workloads unterstützt, helfen. Dazu gehört zum Beispiel der Support für IBM Secure Execution für Linux, eine bewährte Ausführungsumgebung für IBM Z und LinuxONE. IBM Secure Execution für Linux bietet sowohl Unterstützung für Vertraulichkeit als auch den Schutz sensibler Daten und ist dafür ausgelegt, eine große Anzahl an Workloads in vollständiger Isolierung in großem Maßstab abzuarbeiten.

Auf der Homepage von Ubuntu können Sie die neue Version downloaden.