Mars-Rover Curiosity VxWorks - Bewährungsprobe auf dem Mars

Und so sind die Abdrücke entstanden. Bei der Landung setzt die Sonde den Roboter ab und bremst mit den Düsen den Aufprall ab.
Und so sind die Abdrücke entstanden. Bei der Landung setzt die Sonde den Roboter ab und bremst mit den Düsen den Aufprall ab.

Erst Schrecksekunden, dann Erfolgsmeldung: mit der Pressemeldung über die Beteiligung seines VxWorks-Betriebssystems an der Mars-Mission Curiosity hat Wind River sicherheitshalber die erfolgreiche Landung auf dem roten Planeten abgewartet. Doch nun ist die Freude groß.

Curiosity ist erfolgreich auf dem Mars gelandet und viele Mitwirkende klopfen sich selbst begeistert auf die Schultern: Zuallererst die NASA selbst, aber auch ihre Partner, die zum Erfolg der Mission beigetragen haben. Dazu gehören z.B. die Europäische Raumfahrtagentur Esa, aber auch Zulieferer. So meldete z.B. Siemens, dass man die NASA mit PLM-Software dabei unterstützt habe, die Zeiten für die Entwicklung der Software zu verkürzen. Doch nicht nur Siemens hat Software beigesteuert, auch Wind River verschickte eine Erfolgsmeldung.

Während Siemens jedoch schon rund einen Monat vor der Landung auf der Farnborough Air Show an die Öffentlichkeit ging, wartete Wind River erstmal ab, ob alles gut gehen würde: Am Morgen des 6. August um 7:32 – und damit rund eine Viertelstunde nach der eigentlichen Landung – stand fest, dass alles erfolgreich abgelaufen war. Am selben Vormittag meldet Wind River: «Wind River's VxWorks Powers Mars Science Laboratory Rover, Curiosity« und »For more than two decades, Wind River has successfully powered countless space-exploration products globally.«

Nun ja, mit dem »Success« lief das nicht immer so reibungslos. Als zum ersten Mal ein Roboterfahrzeug eingesetzt wurde – es war der »Pathfinder« – war auch schon Wind-River-Software an Bord. Und die hatte einen Bug: Ein Software-Thread, der atmosphärische Daten verarbeitete, blockierte eine Ressource und führte dadurch eine Prioritätsinversion herbei, die die Kommunikation mit dem Lander unterbrach. Ein Watchdog registrierte den Stillstand und löste einen Reset aus. Die Resets führten das System jeweils wieder in einen funktionsfähigen Zustand zurück und der Bug konnte letztendlich auch beseitigt werden, doch der Name Wind River war seither mit dem Software-Bug der Mars-Mission verknüpft.

Nun also die Revanche für Wind River. Wird die Curiosity-Mission gelingen? Die ersten Bilder, die der Rover gesendet hat sind jedenfalls beeindruckend.

Bilder: 6

Bilder vom Mars

Bilder vom Mars

Die letzten 7 Minuten:

0 Minuten, 0 Sekunden:

Beginn des Landemanövers: Curiosity tritt 125 km über der Oberfläche des Mars in die Atmosphäre ein und hat dabei eine Geschwindigkeit von 5900 Metern in der Sekunde.

4 Minuten, 14 Sekunden:

Der Rover ist noch 405 Meter je Sekunde (1458 km/h) schnell, wenn in etwa 10 Kilometer Höhe der Bremsfallschirm geöffnet wird.

4 Minuten, 40 Sekunden:

Bei einer Restgeschwindigkeit von 125 Metern je Sekunde wird in 7 Kilometer Höhe der Hitzeschild abgetrennt.

6 Minuten, 4 Sekunden:

In 1800 Metern Höhe wird bei rund 80 Metern je Sekunde das Abstiegsmodul abgekoppelt.

6 Minuten, 40 Sekunden:

Mit einem Kran wird aus 20 Metern Höhe bei nur noch 0,75 Metern je Sekunde der Rover zur Oberfläche des Planeten herabgelassen.

6 Minuten, 56 Sekunden:

Nachdem auf den letzten Metern die Räder ausgeklappt wurden, setzt »Curiosity« auf dem Mars auf.