Experimental-Satellit der Uni Würzburg UWE-3 kreist und kreist und kreist

Optimierung von der Bodenstation aus

Am 21. November 2013 ist UWE-3 vom russischen Yasni aus mit einer Dnepr-Rakete ins All gestartet. Zum einen soll UWE zeigen, dass auch Pico-Satelliten in der Lage sind ihre Ausrichtung effektiv zu kontrollieren. Er beherrscht dafür die Technik, einfache Lageregelungen durchzuführen: Zum Beispiel kann er sich für Beobachtungszwecke in eine vorgegebene Richtung drehen. Das wird durch die Wechselwirkung von Magnetfeldspulen an Bord mit dem Erdmagnetfeld ermöglicht – kombiniert mit einem Schwungrad.
 
Auch das hat in den vergangenen drei Jahren sehr gut geklappt: »Wir haben von der Würzburger Bodenstation aus immer wieder ausgefeilte Kontroll-Software in den Bordcomputer von UWE-3 hochgeladen und damit das System an unvorhersehbare Störungen angepasst«, erläutert Schilling. Auf diese Weise haben die Raumfahrt-Informatiker die Lageregelung kontinuierlich weiter verbessert. Dadurch lässt sich UWE nun mit für Pico-Satelliten bisher noch nicht erreichter Genauigkeit ausrichten.

Laut Schilling eröffnen derartig robuste und gut ausrichtbare Systeme bei Pico-Satelliten spannende Perspektiven für Satelliten-Formationen. »Es wird erwartet, dass die aktuell üblichen multifunktionalen Großsatelliten zunehmend durch Systeme von vielen, miteinander kooperierenden Kleinsatelliten ergänzt werden«, erläutert Schilling diese Entwicklung. Das Satellitenprogramm der Universität Würzburg liefere dafür Schritt für Schritt die kritischen Schlüsseltechniken, um eine derartige Zusammenarbeit von Kleinst-Satelliten im Orbit realisieren zu können.

Dabei arbeitet die Universität eng mit dem Würzburger Zentrum für Telematik (ZfT) zusammen, einem unabhängigen Würzburger Forschungsinstitut. Am ZfT wird aktuell die »Telematics Earth Observation Mission TOM« geleitet – Partner sind unter anderem die Universität Würzburg, die TU München und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Die Mission hat zum Ziel, dass mehrere Kleinst-Satelliten durch Zusammenarbeit in einer Formation neuartige dreidimensionale Erdbeobachtung durch ein Satelliten-Sensornetz ermöglichen.