Software Sysgo und Lauterbach vertiefen Kooperation

Vor Kurzem präsentierte Sysgo Version 5.0 des Echtzeit-Betriebssystems PikeOS. Ab sofort unterstützt Lauterbach diese mit seinem Debugger TRACE32. Damit vertiefen die beiden Unternehmen ihre über 15-jährige Zusammenarbeit.

Ziel der Zusammenarbeit von Sysgo und Lauterbach soll sein, Entwicklern eine leistungsfähige Plattform insbesondere für sicherheitskritische Anwendungen zur Verfügung zu stellen. Das Add-On für TRACE32 ermöglicht Entwicklern einen einfachen Zugriff auf PikeOS-Objekte wie Partitionen, Tasks und Threads. PikeOS verwendet Partitionen, um Anwendungen und Gastbetriebssysteme strikt voneinander zu trennen. Laut Lauterbach umfasst TRACE32 eine vollständige MMU-Unterstützung, die dem Benutzer gleichzeitigen Zugriff auf alle Partitionen und Aufgaben ermöglicht. Entwickler können so zu jeder Zeit Variablen anzeigen und Haltepunkte für jede Aufgabe (oder mehrere davon) setzen, unabhängig davon, ob die Aufgabe gerade aktiv ist oder nicht.

Zusammenspiel von PikeOS und TRACE32

Die aktuelle Version des Debuggers enthält zusätzliche Funktionen zum Debuggen von PikeOS- Anwendungen sowie APEX- und POSIX-Partitionen. Gleichzeitig können Nutzer Gastbetriebssysteme untersuchen, die die Hardware-Virtualisierung von PikeOS verwenden. TRACE32 fügt zusätzlich zu den PikeOS-basierten Aufgaben und Threads Ansichten hinzu, die die APEX-Prozesse und POSIX-Threads jedes Gastbetriebssystems anzeigen. Der Entwickler erhält so einen schnellen Überblick über das gesamte System, einschließlich der Interna der verwendeten Gastbetriebssysteme.

PikeOS fungiert als Hypervisor und nutzt die Hardware-Virtualisierungs-Funktionen der aktuellen CPU-Architekturen. Ein solches System kann komplette Betriebssysteme als Gäste enthalten, beispielsweise Linux oder natives PikeOS. Ebenso unterstützt PikeOS Autosar- oder ARINC-Partitionen. TRACE32 ist in der Lage, die virtuellen Gäste zu erkennen und darauf zuzugreifen. Somit ist es möglich, alles gleichzeitig zu debuggen: den PikeOS-Host mit allen Gästen und die einzelnen Gäste mit all ihren Prozessen und Threads. Bieten die CPU-Architektur und das Board eine Möglichkeit, ein hardwarebasiertes Tracing durchzuführen (zum Beispiel Arm ETM), ist TRACE32 zudem in der Lage, den Programmfluss und die Task/Thread-Switches von PikeOS und allen unterstützten Gastbetriebssystemen zu erfassen. Das ermöglicht eine detaillierte Leistungsanalyse auf Task-, Thread- oder Funktionsebene und bietet die Möglichkeit, eine umfassende Code-Abdeckungsanalyse zu erstellen.