Betriebssystem Sysgo stellt PikeOS 4.1 vor

Der Hypervisor PikeOS erlaubt die Zusammenführung von kritischen und unkritischen Anwendungen auf einer gemeinsamen Hardware. Die neue Version bringt Verbesserungen für die ARM-Architektur und die Treiberentwicklung.

Sysgo stellt eine neue Version seines Hypervisors PikeOS vor, der die Entwicklung und den gemeinsamen Betrieb von kritischen und unkritischen Anwendungen auf nur einer Hardware-Plattform ermöglicht. PikeOS schafft getrennte Partitionen – ähnlich virtueller Maschinen unter Windows – um die einzelnen Anwendungen strikt voneinander zu trennen. Auf diese Weise wird nicht nur die Sicherheit, sondern auch die Stabilität jeder einzelnen Applikation erhöht, da sie einander nicht beeinflussen können. So kann z.B. sichergestellt werden, dass selbst bei einem erfolgreichen Angriff auf ein Infotainmentsystem im Auto alle kritischen Funktionen für die Fahrsicherheit unbeeinträchtigt bleiben. In den Partitionen des PikeOS-Hypervisors können unterschiedliche Gastbetriebssysteme eingesetzt werden, darunter die Sysgo-eigene Linux-Version ELinOS sowie das native Echtzeitbetriebssystem PikeOS, oder auch Fremdbetriebssysteme.

Mit der neuen Version von PikeOS hat Sysgo die Konfiguration von Projekten sowie die Entwicklung von Anwendungen vereinfacht. So werden Projekte in PikeOS 4.1 überwiegend grafisch konfiguriert statt über XML-Dateien. Zudem reduziert der integrierte Konsistenz-Check die Fehlerquote bei Entwicklung und Betrieb von Anwendungen. Auch die Treiberentwicklung wurde durch die Integration neuer Treiberklassen vereinfacht. Neue Tools helfen dem Anwendungsentwickler überdies, CPU-Auslastung und Speichernutzung oder auch die Grafikkonfiguration zu optimieren. Schließlich wurde auch die Palette der unterstützten Hardware-Plattformen um die ARM v8-Architektur erweitert, die 64-Bit-Version des ARM-Prozessors.

Beschleunigte Zertifizierung

Die strikte Trennung von kritischen und unkritischen Anwendungen schafft die Voraussetzungen für eine deutlich schnellere Zertifizierung und amtliche Zulassung kritischer Anwendungen bezüglich Safety wie auch Security. Durch die strikte Trennung der Hard- und Softwareumgebungen in einzelne Bereiche können diese unabhängig voneinander zertifiziert werden – eine neue Anwendung erfordert daher keine neue Zertifizierung des Gesamtsystems. Zudem unterliegt PikeOS keinen Exportbeschränkungen, so dass damit entwickelte Systeme weltweit vertrieben und eingesetzt werden können.

Sysgo unterstützt PikeOS-Anwender über den gesamten Lebenszyklus eines Projektes hinweg. Dabei wird jede Produktversion bis zu 25 Jahre unterstützt, um der langen Lebensdauer eingebetteter Systeme gerecht zu werden.