WEEE/RoHS-Revision RoHS 2.0 soll Nanopartikel verbieten

Der Umweltausschuss des EU-Parlamentes setzt Nanopartikel aus Silber und Kohlenstoffnanoröhrchen auf die Verbotsliste im Anhang der RoHS 2.0.

Selbst für Insider war es eine Überraschung als Jill Evans aus Großbritannien Silber-Nanopartikel und Kohlenstoffnanoröhrchen auf die Tagesordnung der RoHS-Revision brachte. Jill Evans ist als Mitglied im EU-Parlament (Fraktion der Grünen/Freie Europäische Allianz, Plaid Cymru - Party of Wales) als Berichterstatterin für die RoHS eingesetzt und für die Bearbeitung und Vorbereitung der RoHS-Revision im Umweltausschuss verantwortlich. Sah es zunächst so aus, als ob die beiden Nanomaterialien in Anhang III der neuen RoHS - in die Liste der zu beobachtenden möglichen Verbotstoffe - aufgenommen werden sollen, so landeten sie nun in der Liste der verbotenen Substanzen in Anhang IV der neuen RoHS.

Silbernanopartikel werden in Haushaltgeräten wie z.B. Kühlschränken wegen ihrer antibakteriellen Wirkung eingesetzt. Die EU-Parlamentarier befürchten jedoch, dass die Silbernanopartikel über die Abwässer die Bakterienkulturen in den Kläranlagen schädigen. In Untersuchungen mit Kohlenstoffnanoröhrchen konnte deren Asbestfaser-Ähnlichkeit nachgewiesen werden.

Im Vorschlag wird auch der Geltungsbereich der RoHS 2.0 auf alle Elektro- und Elektronik-„Materialien“ ausgedehnt. Bisherige Ausnahmen wie z.B. für regenerative Energieerzeugungsanlagen, fest installierte Anlagen, industrielle Werkzeuge, Wehrtechnik und Fahrzeuge würden damit wegfallen.

Dieser RoHS-Änderungsvorschlag des Umweltausschusses wird zusammen mit der WEEE-Änderung noch im Laufe des Junis im EU-Parlament diskutiert. Die Abstimmung über beide Richtlinien ist für Juli geplant.