Embedded World 2019 Rechtssprechung bremst KI

Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Forgó (2.v.l.)diskutiert mit MathWorks Fellow Jim Tung (Mitte) und KIT-Professor Michael Beigl (rechts).
Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Forgó (2.v.l.)diskutiert mit MathWorks Fellow Jim Tung (Mitte) und KIT-Professor Michael Beigl (rechts).

Bereits in den 1990er-Jahren war künstliche Intelligenz Thema auf der Embedded World. Die Vision von damals ist heute bereits realer als gedacht, meinen die Sprecher der Podiumsdiskussion »Embedded Intelligence«. Nur die Rechtsprechung hinke noch hinterher - mal wieder.

Wie viel Entscheidungsgewalt sollen Maschinen bekommen? Und wie nachvollziehbar müssen diese Entscheidungen für den Menschen sein? Darüber wird aktuell viel diskutiert, dabei scheint die Entscheidung eigentlich schon getroffen. €»Jeder Google-Maps-Nutzer folgt bereits maschinell generierten Navigationsvorschlägen€«, sagte MathWorks Fellow Jim Tung im Zuge der Podiumsdiskussion auf der Embedded World. Generell würde er sich gerne noch mehr KI-generierte Vorschläge unterbreiten lassen.

Weiter geht Prof. Dr. Beigl vom KIT: €»Wir sollten offen dafür sein, mehr Kontrolle an Maschinen abzugeben.€« Technisch sei schon vieles möglich, aber ein geeigneter Rechtsrahmen fehle noch. Wie eigentlich bei jeder gesellschafts­relevanten technischen Entwicklung der letzten Jahrzehnte, so Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Forgó.

In Deutschland trägt generell der Mensch rechtlich die letzte Verantwortung. Wenn das so bleibe, würde sich beispielsweise jeder Nutzer eines autonomen Fahrzeugs einem rechtlichen  Risiko aussetzen. Besonders förderlich sei nicht, findet Forgó.