IT-Dienstleistung »Offshore« – wenn sparen teuer wird

Viele Auftraggeber, die ihre IT an weit entfernte Offshore-Dienstleister ausgelagert haben, rudern wieder zurück. Woran es liegt, dass Unternehmen mit ihren Dienstleistern nicht zufrieden sind.

Das Modewort »Offshore« bezeichnet Dienstleister aus Billiglohnländern. Im Gegensatz zum »Onshore«-Outsourcing, bei dem Ressourcen, Verwaltungstätigkeiten oder Dienstleistungen an andere Firmen in Inland übergeben werden, bedeutet »Offshore« häufig die Auslagerung an Dienstleister in Indien oder Fernost.

In einer Umfrage des Harvard Business Managers hat sich nun aber herausgestellt, dass Deutsche Unternehmen mit ihren heimischen IT-Dienstleistern deutlich zufriedener sind als mit exotischen Offshore-Anbietern. Nach Schulnoten bewertet, geben die IT-Fachkräfte den Dienstleistern vor Ort ein solides »gut«. Weit entfernte Anbieter beispielsweise aus China oder Indien werden dagegen nur mit einem »ausreichend« bewertet. Bei der großen Mehrheit der deutschen IT-Entscheider ist so nach der ersten Euphorie über vermeintliche Kostenersparnisse in Übersee inzwischen Ernüchterung eingetreten.

»Die gravierenden Kommunikations- und Koordinationsprobleme mit Farshore-Dienstleistern sind Experten zufolge in erster Linie auf kulturelle Barrieren und die große räumliche Distanz zurückzuführen Das schlägt sich beispielsweise in einer sehr unterschiedlichen Termintreue nieder«, sagt Thomas Stoek, Vorstandsmitglied der Hamburger Info AG. Während inländische IT-Dienstleister in diesem Punkt im Durchschnitt knapp mit der Schulnote »gut« bewertet werden, kommen Farshore-Unternehmen nur auf ein knappes »befriedigend«. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Produkt- und Servicequalität. Hier steht ein »gut mit Sternchen« der heimischen Dienstleister einem »befriedigend« der Anbieter aus Übersee gegenüber, so die Ergebnisse der Studie.