Cybersicherheit NRW-Behörden: zu wenig Security-Kompetenz

Cyberattacken können massive Schäden anrichten und auch Menschenleben in Gefahr bringen.
Cyberattacken können massive Schäden anrichten und auch Menschenleben in Gefahr bringen.

Experten fürchten, dass Behörden in Nordrhein-Westfalen anfällig sind für Cyberangriffe, weil die Mitarbeiter zu wenig über IT-Security wissen. Nun soll das BSI helfen.

Bonn (dpa/lnw) – Experten haben vor den Gefahren von Cyberangriffen auf Ämter und Behörden in Nordrhein-Westfalen gewarnt. «Gerade Behörden oder Regierungsorganisationen sind sehr gefährdete Ziele», sagte Thorsten Holz, Professor für Systemsicherheit an der Uni Bochum, der Deutschen Presse-Agentur. Ziel solcher Attacken sei es, Informationen für andere Staaten abzugreifen. «Einbrüche gibt es bis auf die Ebene von Stadtverwaltungen», sagte Holz.

Fachleute bemängeln unter anderem, dass die notwendige Fachkompetenz in dem Bereich vielfach noch nicht vorhanden sei. «Es gibt das Problem, dass Menschen, die als Sachbearbeiter in einem Rathaus sitzen, sich nicht unbedingt mit IT-Sicherheit auskennen», sagte Helge Husemann von der IT-Sicherheitsfirma Malwarebytes. Das Anwerben von Spezialisten sei allerdings auch schwierig, weil es in der Wirtschaft einfach viel besser bezahlte Jobs gebe.

Das gesamte Thema Cyber-Sicherheit werde zudem immer noch stiefmütterlich behandelt, kritisierte Husemann. «Nordrhein-Westfalen hat schon Probleme, vernünftige Internetverbindungen in einige ländliche Regionen zu bringen. Wenn ich damit schon Probleme habe, wie steht es dann um das Thema Cyber-Security?», sagte er.

Um NRW besser gegen Cyberangriffe zu schützen, will das Land heute eine Absichtserklärung mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) unterzeichnen. Unter anderem solle die Aus- und Fortbildung in dem Bereich IT-Sicherheit verbessert werden, erklärte das BSI.