Computer im öffentlichen Raum Neue Display-Computer für den Flughafen München

Letztes Jahr wurden im Terminal 1 des Münchner Flughafens sämtliche Computer ausgetauscht, die die Displays steuern. Seitdem können auch HD-Filme auf den Anzeigen eingeblendet werden. Eine der ­Herausforderungen war, dass auf dem Flughafen nicht alles so sauber ist, wie es aussieht.

Der Flughafen München ist eines der größten Luftfahrt-Drehkreuze für den Passagier- und Frachtverkehr in Europa. Im Jahr 2015 reisten insgesamt rund 41 Millionen Passagiere mit 97 Fluggesellschaften in 70 Länder bzw. zu 247 unterschiedlichen Destinationen. Der Flughafen ist beliebt: Bei den jährlich verliehenen „World Airport Awards“ des renommierten Londoner Luftfahrtinstituts Skytrax wurde die bayerische Luftverkehrs-Drehscheibe mit dem Titel „Europameister 2016“ bedacht. Damit konnte der Flughafen München bereits zum neunten Mal in den vergangenen elf Jahren diese hervorragende Platzierung erreichen. Nach Singapur Changi und Seoul Incheon wurde der Flughafen München im weltweiten Ranking mit dem dritten Platz ausgezeichnet. Im Frühjahr 2015 wurde der Münchner Airport als erster Flughafen Europas von Skytrax zu einem Fünf-Sterne-Flughafen ernannt. Zu den großen Pluspunkten gehören dabei die hohe Aufenthaltsqualität sowie das bequeme Umsteigen.

Um dies für nationale wie internationale Passagiere zu unterstützen, ist ein klar verständliches und verlässliches Informationssystem notwendig. Die bis dato im Einsatz befindlichen Anzeige-Controller waren im Schnitt bis zu sieben Jahre alt und arbeiteten noch mit Windows XP.

Hohes Staubaufkommen und ­kontinuierlicher Betrieb

Die eigens für den Flughafen konzipierten lüfterlosen Embedded-Systeme bauten auf der ersten Generation der Intel-Prozessoren Core 2 Duo auf. Nach langer Einsatzdauer fielen jedoch immer mehr Geräte aus. Der Flughafen beschloss den kompletten Austausch der Anzeige-Computer mit Verkabelung.

Die Herausforderungen für die neue IT-Lösung war klar: Am Flughafen ist die Hardware einem hohen Staubaufkommen ausgesetzt. Dementsprechend sollten die neuen Geräte auf jeden Fall lüfterlos sein. Da am Münchner Flughafen rund um die Uhr Betrieb herrscht, müssen die PCs außerdem durchgehend die Anzeigesysteme mit Inhalten beliefern. Nachdem der Support von Windows XP ausgelaufen ist, mussten die neuen Geräte Windows 7 verwenden. Eine weitere Voraussetzung für die Systeme war, dass zwei Displays gleichzeitig angesteuert und zwei Full-HD-Filme auf unabhängigen Monitoren flüssig dargestellt werden können.

Auch hinsichtlich der technischen Spezifikationen gab es eine Reihe von Anforderungen: Alle verfügbaren Grafik- und Stromanschlüsse müssen entriegelungsgeschützt sein. Dies ist sehr wichtig, weil man durch eventuelle Erschütterungen oder Vibrationen das Abziehen der Verbindungskabel verhindern möchte. Um die Kompatibilität zu den vorhandenen Monitoren zu gewährleisten, wurden für die Ansteuerung zwei RS-232-Schnittstellen (9-pol., D-Sub) benötigt. Die neuen Geräte sollten in das Halterungssystem der Altgeräte eingehängt werden können. Dies wurde gelöst, indem eigens konstruierte Halterungsschienen an der Unterseite der Geräte angebracht wurden. So kann das Gerät im Falle eines Defekts mit nur einem Handgriff aus dem Schaltschrank herausgenommen werden. Auf diese Weise wird mit den neuen Systemen eine ebenso schnelle Servicezeit eingehalten, wie man es bei den Altgeräten gewohnt war. Hinsichtlich der Umgebungsbedingung sollten die neuen Systeme für den Betrieb im Temperaturbereich von 0 bis 50 Grad Celsius ausgelegt sein.