Computermodule nanoRISC – Neues Modulformat für ARM-Prozessoren

Das nanoRISC-Format misst 50 x 70 mm²
Das nanoRISC-Format misst 50 x 70 mm²

MSC stellt mit nanoRISC ein neues Computermodulformat vor. Es zielt auf ARM-Prozessoren und soll das Produktangebot der Computermodule nach unten abrunden.

Im x86-Markt haben sich Computermodule für Designs mit kleinen bis mittleren Stückzahlen etabliert. MSC versucht, diesen Ansatz auch auf die ARM-Welt zu übertragen. Denn es gibt zahlreiche Kunden, die ihre Geräte mit einer Ethernet- oder USB-Schnittstelle ausrüsten wollen - wofür einfachere Mikrocontroller nicht ausreichen. Ein kompaktes Board mit ARM-Prozessor im BGA-Gehäuse benötigt jedoch 10 bis 12 Lagen was hohe Kosten und einen hohen Entwicklungsaufwand bedeutet. Das scheuen viele Firmen - sie kaufen die entsprechenden Teile lieber zu. Intel-Technik ist in vielen Fällen jedoch zu teuer und wird auch hinsichtlich der Rechenleistung nicht benötigt. In diese Lücke stößt MSC mit seinem neuen Modulformat nanoRISC vor.

Vielleicht hätte das neue Modulformat eher "Qfive" heißen sollen, denn es hat viel mit Qseven gemeinsam. Beide nutzen den gleichen 230-pin-MXM-Steckverbinder, allerdings mit unterschiedlicher Signalbelegung. Beide haben eine thermische Verbindung vom Leiterplattenrand zum Kühlkörper oder einem Gehäuseteil, um Wärme über die Leiterplatte abzuführen. Und beide haben - bedingt durch den Steckverbinder - eine Kantenlänge von 70 mm. Qseven-Module sind quadratisch bei 70 x 70 mm², nanoRISC-Module messen 50 x 70 mm².

Während Qseven allerdings eher auf PC-typische Schnittstellen abgestimmt, wurde bei nanoRISC die in der Industrie vielfach gebräuchliche Peripherie berücksichtigt, neben Ethernet auch I²C, CAN, UART, SPI und GPIOs, die beliebig vom Anwender genutzt werden können. Die Verbindung zur analogen Welt stellen ein Kamera- und ein Audio-Interface sowie ADC und Anschlüsse für ein Touch-Display her.

Das nanoRISC-Modulformat entstand nicht nur auf dem Schreibtisch sondern wurde von MSC in enger Abstimmung mit Pilotkunden entwickelt, die für eine "Grundlast" von mehreren tausend Stück pro Jahr bei der Produktion sorgen. Erstes Produkt ist ein Modul mit dem Samsung-Prozessor S5PC100 - ein Cortex-A8-Prozessor mit 667/833 MHz Taktfrequenz, max. 512 Mbyte Arbeitsspeicher und vielen weiteren Features. "Gegenüber einem Intel Atom ist der ARM Cortex-A8 nur rund halb so rechenstark, braucht dafür aber auch viel weniger Strom und ist entsprechend kostengünstiger", sagt Ralf Sommer von der MSC Vertriebs GmbH.

Für die Hardware-Entwicklung gibt es ein Starterkit mit Baseboard. Board Support Packages sind für Linux und Windows CE vorhanden. Als nächste Produkte sind ein Modul mit Cortex-A8/1 GHz sowie mit ARM926 in der Pipeline. "Die Hardware ist schon fertig. was viel länger dauert, ist die Software-Entwicklung", sagt Ralf Sommer. MSC will diese Produkte im zweiten Quartal 2011 ausliefern.