Cybersecurity Mehr IT-Sicherheitsmeldungen bei kritischer Infrastruktur

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat eine deutliche Zunahme von Sicherheitsmeldungen von Betreibern kritischer Infrastrukturen registriert.

Nach Angaben des Bundesamtes gingen in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres 157 Meldungen über IT-Sicherheitsvorfälle ein. Welt am Sonntag hatte zuvor von 157 Hacker-Angriffen berichtet. Dem BSI zufolge darf die Zahl der Meldungen aber nicht mit Hacker-Angriffen gleichgesetzt werden.

Im vorherigen Berichtszeitraum – 1.6.2017 bis 31.5.2018 – hatten das BSI nach eigenen Angaben 145 Meldungen erreicht, im entsprechenden Zeitraum davor waren es 34.

In Deutschland werden zu den Betreibern kritischer Infrastrukturen Organisationen und Einrichtungen aus den Bereichen Energie, Informationstechnik und Telekommunikation, Transport und Verkehr, Gesundheit, Wasser, Ernährung, Finanz- und Versicherungswesen, Staat und Verwaltung sowie Medien und Kultur gezählt. Beim BSI können Konzerne derartige Vorfälle melden – je nach Größe und Relevanz müssen sie das auch. Online-Angriffe etwa, die kritische Infrastrukturen wie Kraftwerke lahmlegen, sind ein Schreckensszenario für einen Cyberkrieg.

Katherina Reiche, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), forderte in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung: »Die Stromversorgung als Herzschlag der digitalen Gesellschaft muss im Interesse der nationalen Sicherheit auch Teil der deutschen Cyber-Sicherheitsarchitektur werden.« Eine zentrale Bundeszuständigkeit zur Cyber-Sicherheit sei notwendig, um mit schlanken Strukturen und kurzen Entscheidungswegen frühzeitig auf Cyber-Bedrohungen aller Art zu reagieren. Die Stadtwerke und Netzbetreiber müssten dabei einbezogen sein.

Die Bundesregierung will mit einer neuen Agentur für Cybersicherheit den Schutz vor Angriffen im Internet stärken. Angesiedelt werden soll sie in der Region Halle-Leipzig.