Kaspersky Lab. Malware infiziert ihre Opfer über kompromittierte Router

Vor Cyberspionage-Malware wird gewarnt
Vor Cyberspionage-Malware wird gewarnt

Kaspersky Lab warnt vor einer hochentwickelten Form der Cyberspionage, die mindestens seit 2012 im Nahen Osten sowie in Afrika ihr Unwesen treibt. Dabei attackiert und infiziert die Malware »Slingshot« ihre Opfer über kompromittierte Router.

Die Kaspersky-Experten kamen der Operation Slingshot über den Fund eines verdächtigen Keylogger-Programms auf die Spur. Sie erzeugten eine Signatur zur Verhaltenserkennung, um eine weitere Existenz des Codes zu überprüfen. So konnte ein infizierter Rechner ausgemacht werden, der in einem Systemordner eine verdächtige Datei mit dem Namen »scesrv.dll« aufwies.

Die weitere Untersuchung dieser Datei ergab, dass schädlicher Code in dieses Modul eingebettet war. Da die Bibliothek von »services.exe«, einem Prozess mit Systemrechten, geladen wird, verfügt auch sie über die entsprechenden Berechtigungen. Das Resultat: Die Experten waren auf einen hochentwickelten Eindringling gestoßen, der seinen Weg in das Innerste des Rechners gefunden hatte. 

Hochentwickelte Cyberspionage

Die bemerkenswerteste Eigenschaft von Slingshot ist sein ungewöhnlicher Angriffsweg. Die Kaspersky-Experten stellten bei mehreren Opfern fest, dass die Infektion in mehreren Fällen von infizierten Routern ausging. Die hinter Slingshot stehende Gruppe hatte anscheinend die Router mit einer schädlichen Dynamic Link Library (DLL) kompromittiert, die zum Download anderer schädlicher Komponenten diente. Loggt sich ein Administrator zur Konfiguration des Routers ein, lädt dessen Management-Software schädliche Module auf den Administratorrechner und bringt sie dort zur Ausführung. Der ursprüngliche Infektionsweg der Router selbst bleibt bislang allerdings unklar.

Nach der Infektion lädt Slingshot mehrere Module auf die Geräte seiner Opfer. Dazu gehören auch »Cahnadr« und »GollumApp«. Die beiden Module sind miteinander verbunden und unterstützen sich gegenseitig bei der Sammlung von Informationen und deren Exfiltration sowie der möglichst langen Überdauerung auf den Rechnern.

Der Hauptzweck von Slingshot scheint Cyberspionage zu sein. Unter anderem werden Screenshots, Tastatureingaben, Netzwerkdaten, Passwörter, USB-Verbindungen, weitere Desktop-Aktivitäten und Clipboard-Daten gesammelt, wobei der Kernel-Zugang den Zugriff auf jede Art von Daten ermöglicht.