Conrad Electronic Makerfactory M5Stack – Komplettgeräte mit ESP32 entwickeln

Das M5Stack-System richtet sich an Maker und Techniker.
Das M5Stack-System richtet sich an Maker und Techniker.

Mit M5Stack stellt Conrad unter der Eigenmarke Makerfactory ein Entwicklungssystem für den Mikrocontroller ESP32 vor.

M5Stack ist ein modulares Entwicklungssystem rund um den Mikrocontroller ESP32. Das auf Maker und Studenten zielende Baukastensystem besteht nicht nur aus den Elektronik-Modulen sondern enthält auch die passenden Gehäuse, so dass man ohne weiteren Designaufwand ein fertiges Produkt erhält. Das Grundmodul M5CORE besteht aus einem Kunststoffgehäuse mit farbiger TFT-Anzeige und drei Tasten. Innen sind eine Bodenplatine und die aufgesteckte Mikrocontrollerplatine untergebracht. Zwischen beide Boards können je nach Bedarf sog. Funktionsmodule eingefügt werden.

Auf jeder M5Stack-Platine befindet sich eine durchkontaktierte, 2x15-polige Steckerleiste, die alle Module miteinander verbindet. Die 30 Signalpins bilden zusammengenommen den MBUS und enthalten die Stromversorgung mit 3,3 und 5 Volt, SPI, zweimal UART, I2C, I2S, GPIO sowie DAC und ADC. Diese Schnittstellen sind aber nicht alle frei konfigurierbar, sondern sind schon durch die Peripherie auf dem Mikrocontroller-Board teilweise belegt. Am GPIO hängen z.B. die drei Taster, die sich auf der Vorderseite des Gehäuses befinden. Am Serial Peripheral Interface hängen ein SD-Kartenslot und der LCD-Controller ILI9341 für das TFT-Display, das 320 x 240 Punkte anzeigt. An einem der UART-Ports ist eine USB-Bridge angeschlossen, die auf einem USB-Type-C-Stecker an der Gehäuseseite nach außen geführt ist. Das I2C-Interface mit einer Grove-Buchse verbunden – ebenfalls an der Seite des Gehäuses.

Quadratisches Mini-System

Das Format M5 steht für die Abmessungen von 5,5 x 5,5 cm2. Der ESP32-Mikrocontroller der chinesischen Firma Espressif enthält zwei Tensilica LX6-Kerne, die mit 240 MHz getaktet sind und 600 DMIPS liefern (nicht zu verwechseln mit dem EFM32 von Silicon Labs mit ARM-Cores).

Es gibt die M5Stack-Mikrocontrollereinheit auch als »M5GO IoT Starterkit« mit einer anderen Bodenplatine und einem passenden Gehäuse für den Boden. Dort befinden sich dann zwei zusätzliche Grove-Buchsen, eine LED-Leiste sowie ein 600-mAh-Akku. Außerdem ist dieses Version mit 16 MB (statt 4 MB) Flash-Speicher und 4 MB PSRAM bestückt. Sowohl das Basis-Kit M5Core als auch das M5GO enthalten einen Bewegungssensor (9DOF), WiFi und Bluetooth Low Energy.

Ergänzend gibt es für das M5Stack-System verschiedene Funktionmodule, die zwischen Boden und Mikrocontrollermodul eingebaut werden können. Im Angebot sind derzeit ein GPS-Modul, ein Akku-Modul und Experimentiermodul mit Lochrasterplatine für eigene Aufbauten. Ergänzt wird das System durch weitere Zusatzprodukte wie Ladeschale, eine Taschencomputer-Tastatur, die sich anclipsen lässt, eine Kamera und ein Kit für die Wandmontage. Selbst ein Armband gibt es, denn mit etwas gutem Willen kann das 5,5 cm2 große Gehäuse auch als Wearable getragen werden. Das M5Stack-System ist also kein Entwicklungssystem im klassischen Sinne, sondern ein Prototyping-System mit dem sich sofort fertige Produkte bauen lassen.

Bilder: 6

M5Stack-System von Conrad

Das Prototyping-System besteht aus verschiedenen Modulen und Zusätzen, mit denen sich fertige Prototypen entwickeln lassen.

Mit Arduino programmieren

Programmiert wird das M5Core-System mit der Arduino-Entwicklungsumgebung. Dazu muss zunächst die Arduino IDE heruntergeladen und installiert werden. Anschließend sind noch der esp32-Board-Manager und die M5Stack-Bibliothek zu installieren, die Espressif zum Download bereitstellt. Per USB wird das M5Stack-System an den Entwicklungs-PC angeschlossen und über eine virtuelle COM-Schnittstelle verbunden. Das M5GO-IoT-Starterkit ist außerdem mit MicroPhyton und dem Lego-Programmiersystem kompatibel.

Eine Übersicht über die gesamte Produktfamilie enthält die Website von Conrad.