ZVEI-Konjunkturprognose Leichtes Wachstum für 2016 erwartet

Thorsten Meier, Michael Ziesemer, Dr. Klaus Mittelbach und Dr. Andreas Gontermann auf der ZVEI-Pressekonferenz.
Thorsten Meier, Michael Ziesemer, Dr. Klaus Mittelbach und Dr. Andreas Gontermann auf der ZVEI-Pressekonferenz.

Gestützt auf neueste Daten des statistischen Bundesamts geht der ZVEI davon aus, dass die Produktion der Elektro- und Elektronikindustrie 2016 um ein Prozent wächst. Bei den Exporten ist China an den zweiten Platz gerutscht.

Im vergangenen Jahr war die Produktion um 1,3 % gestiegen – was ziemlich genau die Prognose des ZVEI von 1,5 % traf. Die Ergebnisse waren, inklusive Dienstleistungen und unter Berücksichtigung von Wechselkurseffekten, um 4,1 % gestiegen. Für 2016 erwartet der ZVEI ein moderates Wachstum von einem Prozent, wobei die Erträge um zwei Prozent wachsen dürften. Der Umsatz dürfte dann die 180-Milliarden-Euro-Marke überschreiten.

Die Zahl der Beschäftigten in der Elektro- und Elektronikindustrie in Deutschland stieg im vergangenen Jahr um 4000 auf nun 849.000 Mitarbeiter.

Wichtigster Absatzmarkt für Deutschland sind die USA, die diesen Platz von China zurückeroberten. Drittwichtigster Handelspartner ist Frankreich.

RegionExporteWachstum 2015
USA15,9 Mrd. Euro+16,4 %
China15,0 Mrd. Euro+ 0,8 %
Frankreich11,7 Mrd. Euro+1,5 %
Eurozone insges.53,3 Mrd. Euro+ 4,8 %

 

Deutschlands Exporte 2015. Die USA sind wieder stärkster Handelspartner Deutschlands. Das schwache Wachstum der China-Exporte spiegelt die dortige Wirtschaftslage wider.

Auch die Importe elektrischer und elektronischer Erzeugnisse wurden
kräftig gesteigert: Mit 11,9 Prozent sind sie im Jahr 2015 noch stärker
gewachsen als die Exporte.

ZVEI-Präsident Michael Ziesemer sagte, die einschneidenste
wirtschaftliche Entwicklung sei der Rückgang des Ölpreises um 70 % seit
Sommer 2014 gewesen. Die Firmen bewerten dies unterschiedlich, je
nachdem, wie abhängig sie von Investitionen in der Öl- und Gasindustrie
sind: nur 1 % findet die Entwicklung positiv. Den meisten (84 %) ist es
egal, 15 % finden den Ölpreisverfall negativ.

Angesichts der bevorstehenden Hannover-Messe bewertet Ziesemer
"Industrie 4.0" als Erfolgsgeschichte: Sein Ziel von 100 Industrie-4.0-
Anwendungsfällen werde von den Ausstellern der Messe weit
übertroffen. "Die Firmen haben geliefert," sagte Ziesemer. Den Besuch
des Amerikansichen Präsidenten bewertet er als Anerkennung des
Industriestandorts Deutschlands.