sps ipc drives Kundenspezifisches von Microsys

Das Bediengerät miriac HMI1022 ist mit einer QorIQ-CPU von Freescale ausgestattet, bietet zahlreiche I/O-Optionen und hat auf der Vorderseite einen 15-Zoll-Bildschirm mit 4-wire-touch.
Das Bediengerät miriac HMI1022 ist mit einer QorIQ-CPU von Freescale ausgestattet, bietet zahlreiche I/O-Optionen und hat auf der Vorderseite einen 15-Zoll-Bildschirm mit 4-wire-touch.

Es muss nicht immer ein klassischer Industrie-PC sein. Und es muss auch nicht immer Windows oder Linux sein. Die kleine Know-how-Schmiede Microsys geht eigene Wege und besetzt damit eine Nische, in der Kundenspezifika wichtiger sind als die Großserie.

MicroSys zeigt auf der SPS/IPC/DRIVES vieles, was andere nicht bieten: Computermodule mit Freescale-Prozessoren oder die Echtzeit-Betriebssysteme OS-9, QNX und VxWorks statt der üblichen Windows- und Linux-Installationen. Das liegt daran, dass MicroSys kundenspezifische Steuerungen realisiert und bei der Software und Zertifizierungsfragen langfristigen Support leistet. Mit der Miriac-MPX-Serie hat MicroSys auch einen hauseigenen Formfaktor für Computermodule. Sie sind mit einem MXM-Elastomer-Steckverbinder ausgestattet, der sehr robust und deshalb für Industrieanwendungen besonders gut geeignet ist. Ein auf dem Messestand gezeigtes HMI mit QorIQ-Prozessor (PowerPC-Architektur) stellt somit ein ziemliches Unikat dar.

Peter Schuller über den Sonderweg von MicroSys:

PowerPC, Echtzeit-Betriebssysteme, eigene Computermodule – hat eine solche »Non-standard«-Architektur überhaupt Vorteile für den Kunden?
Schuller:
Wir machen, was der Kunde von uns verlangt. Und der kommt oft mit einem bestehenden Design und sagt: Macht mal sowas für uns. Die Power-Architektur von Freescale wird beispielsweise eingesetzt, weil die Kunden damit schon lange und gute Erfahrungen haben.

Sind solche Entwicklungen nicht sehr teuer?
Schuller: Wir bewegen uns da natürlich schon in einem Nischenmarkt. Typische Losgrößen liegen bei uns zwischen 500 und 1000 Stück. Mit unseren Modulen sind wir in der Lage, hier binnen drei bis vier Wochen schon ein funktionierendes Design anbieten zu können. Große Hersteller können und wollen da nicht so individuell auf die Bedürfnisse des Kunden eingehen.

Entscheiden sich Kunden auch bei neuen Designs noch für PowerPC?
Schuller: Als Trend kann man schon feststellen, dass bei neuen Designs immer mehr zu ARM hin tendiert wird, und das machen wir natürlich. Da setzen wir dann auch keine Module mehr ein, sondern integrieren direkt alles auf einem Board. In diesem Preisbereich machen Module keinen Sinn mehr.

OS-9 ist ein Überbleibsel aus vergangenen Tagen, QNX konzentriert sich auf den Automotive-Markt und VxWorks ist teuer. Welches Betriebssystem empfehlen Sie für eine Steuerung?
Schuller: Es stimmt natürlich schon, dass OS-9 nur noch dann eingesetzt wird, wenn Legacy-Code vorhanden ist. Durch den Trend zur ARM-Architektur sehe ich eine starke Nachfrage nach Linux und Android. Insbesondere Android ist eine Baustelle, auf der noch viel zu tun ist. Ich denke, da wird uns die Arbeit nicht ausgehen.