Bilanz 2010 Kontron überholt sich selbst

Nach dem Einbruch 2009 hat Kontron zu alter Stärke zurückgefunden und im Jahr 2010 das »Vor-Krisen-Niveau« leicht übertroffen, auch das Ergebnis wäre positiv – wäre da nicht der Betrugsfall in Malaysia.

Der Umsatz von Kontron betrug im vergangenen Jahr 509 Millionen Euro und war damit etwas höher als 2008 (497 Mio.). »Charakteristisch für 2010 war eine kontinuierliche Steigerung von Quartal zu Quartal,« sagt Kontron-Vorstand Ulrich Gehrmann. Das Ergebnis ist allerdings mit 5,8 Millionen Euro negativ. Dies ist auf einen Betrug in der Fertigung in Malaysia zurückzuführen, der den Ertag, der ansonsten bei rund 28 Mio. Euro gelegen hätte, mit 34 Mio. Euro belastet hat. In Malaysia hatten Kunden und lokales Management von Kontron gemeinsam in die eigene Tasche gewirtschaftet.

Kontron reagierte mit Restrukturierungsmaßnahmen und der Einrichtung eines Compliance-Beauftragten. »Wir haben unser Unternehmen gobaler und einheitlicher ausgerichtet,« sagt Ulrich Gehrmann. »Ohne den Vorfall in Malaysia wäre das sicher nicht so zügig gegangen, aber so hatten wir bei der Beseitigung lokaler Privilegien und Sonderregelungen die Argumente auf unserer Seite.«

Für 2011 erwartet Kontron ein kontinuierliches Wachstum. Für das erste Quartal zeichnet sich einem Steigerung um 30 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum ab. Etwa 75 bis 80 % des Wachstums waren bei Kontron in der Vergangenheit organisch, der Rest durch kam durch Akquisitionen zustande. So soll es auch weitergehen. Vorstand Gehrmann bezeichnet die Embedded-Computer-Branche als weiterhin fragmentiert. »Unsere Wettbewerber sind derzeit auf Einkaufstour. Auch wir werden weitere Akquisitionen tätigen, wenn sich gute Gelegenheiten bieten.