Gateways Kommunikation schützt Patientendaten

Bild 1. Das IoT-Kommunikations-Gateway GINA (Gesundheitsinformationsnetz-Adapter) ist bereits bei über 10.000 Gesundheitsdienstleistern installiert.

Ebenso wie Deutschland hat auch Österreich eine elektronische Krankenversicherungs- und Patientenkarte eingeführt. Hinter solch einer Karte muss aber auch die nötige Infrastruktur für Datenkommunikation und -speicherung stehen. Sicherheit und Zuverlässigkeit spielen dabei eine besonders große Rolle.

Früher begleitete und betreute in den meisten Fällen ein Hausarzt den Krankheitsverlauf seines Patienten, heute dagegen übernehmen Fachärzte, Ambulanzen und Krankenhäuser unterschiedliche Behandlungsschritte. Im Gesundheitswesen Österreichs hat sich seit einigen Jahren eine elektronische Gesundheitskarte bewährt, auf der wichtige Daten des Patienten gespeichert werden können. Der behandelnde Arzt kann aus der Karte zukünftig Informationen zum Krankheitsbild auslesen und dem Krankenversicherungsträger alle Behandlungsdaten übermitteln. Auf der Karte befindet sich auch die Sozialversicherungs-Signatur, mit der zu allen Konsultationen ein Schlüssel erzeugt wird. Dieser stellt die elektronische Unterschrift des Patienten dar.
Die Daten werden über ein Gesundheitsinformationsnetz (GIN) übertragen – ein gesichertes und qualitativ hochwertiges Netzwerk für den Austausch von medizinischen Daten. Die Übermittlung aller Daten erfolgt verschlüsselt über das Internet. Zugang haben ausschließlich Anwender im Gesundheitsbereich – Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken.

Die Infrastruktur für Kartenbetrieb und -kommunikation besteht aus einem Konsultationssystem und einem Kartensystem. Das Konsultationssystem wickelt den Datenverkehr ab und übernimmt die Anspruchsprüfung, den Änderungsdienst, die Client-Verwaltung und die Betriebsführung. Das Kartensystem wickelt die Transaktionen mit der Chipkarten-Produktion und den Kartenservice-Clients ab. Die wichtigsten Funktionen umfassen den Verzeichnisdienst, die Schlüsselzentrale, die Kartenverwaltung und die Anwendungsverwaltung.

Kommunikationsbox für Praxen und Apotheken

Als Hardware, auf der die Software-Anwendungen, z.B. die Applikation e-card, beim Gesundheitsdienstanbieter installiert sind, kommt der Gesundheitsinformationsnetz-Adapter (GINA) zum Einsatz (Bild 1). Der GINA mit der e-card-Applikation wird benötigt, um mit dem e-card-Server zu kommunizieren. Zum Lesen der e-cards dient das LAN-fähige Kartenlesegerät LanCCR. Entwickelt und gefertigt werden GINA und LanCCR von MSC Technologies. Das IoT-Kommunikations-Gateway im GINA ist bereits bei über 10.000 Gesundheitsdienstleistern installiert. Im zweiten Schritt werden in den nächsten Jahren Apotheken, Privatpraxen und Pflegeeinrichtungen in ganz Österreich mit dem System ausgestattet.

Die technischen Anforderungen an die medizintechnischen Geräte sind hoch. Im Vordergrund stehen die Zuverlässigkeit der Datenkommunikation und eine hohe Datenintegrität. Um die sensiblen Patientendaten zu schützen, spielt die Implementierung von speziellen Security-Funktionen eine zentrale Rolle. Durch eine hohe Qualität aller verbauten Komponenten garantiert MSC Technologies einen gesicherten 24/7-Betrieb. Darüber hinaus müssen alle Komponenten langzeitverfügbar sein. Eine Voraussetzung für den Einsatz der Qseven-Modulfamilie im medizinischen System ist die von MSC Technologies zugesagte Langzeitverfügbarkeit von mindestens zehn Jahren ab Produkteinführung und somit bis Ende 2023.