Peripherieanschluss Kann Thunderbolt USB ablösen?

Subu Sankaran hat Zweifel, ob Thunderbolt eine so hohe Verbreitung erlangen kann wie USB. Er ist seit Frühjahr 2010 Account Technical Manager bei FTDI, einem Hersteller von USB-Bausteinen.
Subu Sankaran hat Zweifel, ob Thunderbolt eine so hohe Verbreitung erlangen kann wie USB. Er ist seit Frühjahr 2010 Account Technical Manager bei FTDI, einem Hersteller von USB-Bausteinen.

2009 stellte Intel auf seinem Developer Forum eine Peripherieschnittstelle namens Light Peak vor. Seit Frühjahr 2011 gibt es Geräte mit dem nun Thunderbolt getauften Anschluss. Subu Sankaran von Future Devices Technology International (FTDI) bezweifelt, dass Thunderbolt auf breite Akzeptanz trifft.

Thunderbolt stellt einen zweikanaligen bidirektionalen Datentransfer mit einer Datenübertragungsrate von 10 Gbit/s zur Verfügung, was weit über den Größenordnungen liegt, die USB 2.0 bietet. In Zukunft sollen sogar noch höhere Geschwindigkeiten möglich sein, wenn die Verbindung optische (daher der ursprüngliche Name „LightPeak“) sowie Kupferleitungen gleichzeitig unterstützt.

Aber es gibt gravierende technische und wirtschaftliche Nachteile. Die zusätzlichen Kosten der Thunderbolt-Implementierung lassen sich zudem nur mit hohen Stückzahlen größerer Geräte, z.B. bei Computern, rechtfertigen. Peripherie wie Kameras, Massenspeicher etc., die mit einem Thunderbolt-Schnittstellen-IC ausgestattet ist, wird damit erheblich teurer.

Thunderbolt ist allerdings kompatibel zur DisplayPort-Schnittstelle und kann sich damit den Weg in Bereiche wie Digital Signage und fast jeden anderen Nicht-Consumer-Markt ebnen, in dem USB fest verwurzelt ist. Aber nur wenige Entwicklerteams werden das Risiko eingehen, sobald Zweifel über den Erfolg dieser Datenübertragungstechnik bestehen. USB bietet hingegen einen wesentlich praktischeren Migrationspfad, wobei mit Neu-Iterationen die Geschwindigkeiten und die Energieeffizienz weiter erhöht werden.

Es ist daher wahrscheinlich, dass Thunderbolt, wie zuvor auch FireWire, eine Ergänzung für Apples MacBooks, iPads etc. bleibt und es Apple ermöglicht, sich vom Wettbewerb zu differenzieren. Zudem positioniert sich Thunderbolt, das ursprünglich als rein optische Verbindung konzipiert war, nunmehr zu nah an USB. Ähnlich wie bei Fire-Wire wird dies zu einem Nischen-Dasein führen. Im Gegensatz dazu ist USB eine kosteneffiziente, rückwärtskompatible Datenanbindung, die sich bereits als universell einsetzbar erwiesen hat. USB kann daher mit wesentlich mehr Zuspruch rechnen und wird daher auch weiterhin und für lange Zeit den Großteil der weltweiten Hardware-Verbindungen unterstützen.