Hochleistungsrechner Jülich baut »Exacluster«-Labor zusammen mit Intel

Das Forschungszentrum Jülich, die Firma ParTec und Intel bauen in Jülich gemeinsam ein »Exacluster«-Labor auf, das die tausendfache Leistung der schnellsten heutigen Rechner haben soll. Das neue Labor ist Mitglied im europäischen Netzwerk »Intel Labs Europe« und damit eng in die Intel-Forschung eingebunden.

Zu Beginn werden im Exacluster-Labor ein Dutzend Forscher arbeiten, deren Anzahl im Laufe der Zeit auf das etwa Dreifache wachsen soll. Als weiteres Labor neben dem Exascale Computing Research Center in Paris, das im vergangenen Herbst eröffnet wurde, fokussiert sich das ExaCluster Labor ausschließlich auf High Performance Computing Forschung.

Im Exacluster-Labor wird nach Lösungen geforscht, damit künftig auch die Systemverwaltungs-Software großer heterogener Supercomputer ExaFLOPS-Leistung erreichen kann. Das schließt die Forschung an freier Exascale Runtime Systemsoftware, Software-Werkzeugen und Simulations-Software mit ein. Der Terminus ExaFLOPS beschreibt die Abarbeitung von einer Trillion – eine 1 mit achtzehn Nullen – Instruktionen pro Sekunde. Systeme, die mit einer derartigen Geschwindigkeit arbeiten, werden »Exascale-Systeme« genannt.

Eine der wichtigsten Herausforderungen für Exascale-Systeme ist es beispielsweise, die unglaubliche Komplexität von Gesundheits- und biochemischen Phänomenen besser zu verstehen, um Organe detailgetreu abbilden und das Verhalten von Tumoren exakter vorhersagen zu können. Je mehr Abhängigkeiten ein Supercomputer berücksichtigen kann, umso aussagekräftiger werden die Simulationsergebnisse für Ärzte und Forscher.

Die Intel-Forschungsaktivitäten in Europa bestehen aus einem Netzwerk von Forschungszentren und Produkt-Laboratorien, die eng mit Hochschulen und Industrie zusammenarbeiten. Als zentrales Instrument zur Koordinierung der Aktivitäten in diesem Netzwerk sowie zur Abstimmung zwischen der Intel-Zentrale und den europäischen F&E-Aktivitäten fungieren die Anfang 2009 gegründeten Intel Labs Europe. Derzeit bestehen die Intel Labs Europe aus 20 Forschungszentren mit mehr als 900 Experten.