Fujitsu Investitionen in Digitalisierung und Personal

Dr. Joseph Reger und Rupert Lehner von Fujitsu auf der Pressekonferenz beim Fujitsu-Forum in München.
Dr. Joseph Reger (links) und Rupert Lehner von Fujitsu auf der Pressekonferenz beim Fujitsu-Forum in München.

Unter dem Motto »Driving a Trusted Future« findet derzeit auf dem Gelände der Messe München das Fujitsu-Forum statt. Bereits im Vorfeld standen CTO Dr. Joseph Reger und der Vertriebsdirektor für Europa, Rupert Lehner, Rede und Antwort. Dabei gaben Sie überraschende Details bekannt.

Die digitale Transformation schreitet voran – auch bei Fujitsu. Das hat Auswirkungen auf die Firmenstrukturen und das Personal. Besonders das Service- und Data-Center-Geschäft will der japanische IT-Konzern in den nächsten Jahren stärken, betont Rupert Lehner, Vertriebsdirektor Europa.

Investitionen in Personal

Zur Werkschließung in Augsburg gab Lehner Hintergründe bekannt. So solle die Schließung bis September 2020 umgesetzt sein. Die 350 Mitarbeiter, die bei Fujitsu bleiben, ziehen in ein neues Gebäude im Augsburger Toni-Park. Das Motherboard-Geschäft, welches der Embedded-Experte Kontron übernommen hat, baut dieser an einem eigenen Standort wieder auf. Man befinde sich derzeit gemeinsam mit Kontron in der Übergangsphase, die reibungslos verlaufe, einige Mitarbeiter wechseln zu Kontron. Beim Notebook-Geschäft hingegen gibt es seit dem letzten Jahr eine Kooperation mit Lenovo, die Fujitsu Client Computing Limited (FCCL). Für die FCCL will der Konzern im Großraum Augsburg ein Forschungszentrum mit 120 Mitarbeitern errichten.

Um sich in Zukunft besonders auf das Service- und Produktgeschäft konzentrieren zu können, will man über ein Recruitment-Programm 200 neue Mitarbeiter gewinnen. Zudem will der IT-Spezialist die Zusammenarbeit mit Partnern wie Microsoft oder SAP intensivieren. Auch Start-ups sollen das Fujitsu-Ökosystem zukünftig bereichern. Des Weiteren soll zum 01.04.2020 eine Central Europe Academy eröffnet werden. Partner sind dabei Universitäten wie die TU München und die Goethe-Universität Frankfurt, die Fraunhofer-Gesellschaft sowie Hochschulen wie die Fachhochschule Stuttgart.

Partner für die Industrie

Aus technischer Sicht sieht sich das Unternehmen als digitaler Inkubator, der sich selbst digital aufstellen will, jedoch auch seine Kunden bei der Digitalisierung unterstützt. Um die Projekte umzusetzen, baut der Konzern laut Dr. Joseph Reger gerade Projektgruppen in Deutschland auf. Er sieht dabei gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt, da er pro Stelle 20 bis 30 hochwertige Bewerbungen bekommt. Auch wenn Deutschland bei künstlicher Intelligenz (KI) hinterherhinke, sieht er eine gute Auftragslage auf sich zukommen. Gerade im Bereich der Automatisierung, zum Beispiel bei der Blockchain-Technik, sieht sich Fujitsu als starker Partner für die Industrie. Dabei sind gerade mittelständische Unternehmen im Fokus, bei ihnen sieht Reger ein hohes Kundenpotenzial.

Reger betonte dabei, wichtig beim Thema Digitalisierung sei nicht unbedingt die Forschung, sondern einfach etwas auszuprobieren und Projekte proaktiv anzugehen. Als Beispiele für Projektpartner nannte Reger den Hamburger Hafen, BMW oder die Telekom. Dem Autobauer helfe man beispielweise, seine Produktion schneller und umweltfreundlicher zu gestalten und auf die neuen Herausforderungen wie E-Mobility richtig zu reagieren.