Neuer I/O-Standard Intel Thunderbolt: Grafik und PCI Express über ein Kabel

Thunderbolt verbindet Geräte in Stern- oder Daisy-Chain-Topologie.
Thunderbolt verbindet Geräte in Stern- oder Daisy-Chain-Topologie.

Mit der Thunderbolt-Technik stellt Intel einen Chip vor, der PCI-Express-Pakete und DisplayPort-Grafiksignale mit bis zu 10 Gbit/s über eine Leitung pumpt. Die Technik entstand in Zusammenarbeit mit Apple, die sich bei der Markteinführung einen zeitlichen Vorsprung gesichert haben.

Die Thunderbolt-Technik trägt die Handschrift von Apple: Ein einziges Kabel transportiert Daten aller Art sowie ein oder zwei Display-Signale. Eine Stromversorgung über das Thunderbolt-Kabel für "bus-powered" Devices ist ebenfalls spezifiziert. Die physikalische Datenübertragungsrate beträgt 10 Gbit/s. Zum Vergleich: Serial-ATA in der aktuellen, dritten Generation überträgt bis zu 6 Gbit/s.

Zwar gibt es 10-Gbit/s-Übertragungen schon bei Ethernet, allerdings unterscheidet sich Thunderbolt von Ethernet durch seine geringe Latenz und die Fähigkeit die Signale mit einer Genauigkeit von 8 ns zu synchronisieren. Bis zu sieben Geräte können an einen Thunderbolt-Verbund angeschlossen werden, davon maximal zwei Displays. Dieses Szenario zielt ganz offensichtlich auf 3D-Anwendungen, die zwei Display-Kanäle benötigen. Auch für die Verbindung von Massenspeicher und PCs ist die Technik geeignet, denn Intel spricht von der "Übertragung eines HD-Videos in voller Länge binnen 30 Sekunden" – das würde beim Displey eher weniger Sinn machen.

Der Thunderbolt-Controller überträgt die Daten bi-direktional und hat auf der Geräteseite einen oder zwei Display-Port-Anschlüsse sowie vier PCI-Express-Lanes. Diese Signale werden gemultiplext und über eine optische oder elektrische Leitung übertragen. Das elektrische Kabel kann bis zu 3 m lang sein, eine optische Leitung "mehrere 10 m". Über PCI-Express-Brückenchips können Geräte anderer Busstandards wie USB, Serial-ATA, etc. ebenfalls mit Thunderbolt verbunden werden.

Apple hat sich einen zeitlichen Vorsprung beim Zugriff auf die Technik gesichert. Schon jetzt, mit der offiziellen Vorstellung von Thunderbolt, bringt Apple ein neues MacBooks Pro mit Sandy-Bridge-Prozessoren und dem Thunderbolt-Chip heraus. Bei anderen Herstellern, schätzt Intel, wird es wohl noch bis nächstes Jahr dauern, bis Host-Computer mit Thunderbolt vorgestellt werden. Etwas schneller dürfte es bei der Herstellern von Peripheriegeräten gehen. Western Digital, LaCie und Promise wollen Massenspeicher-Geräte mit Thunderbolt auf den Markt bringen und im Bereich Medienentwicklung stehen Aja, Apogee, Avid, Blackmagic und Universal Audio auf der Liste der Intel-Kooperationspartner.