Entwicklungsboard Intel stellt Maker-Plattform »Joule« vor

Brian Krzanich, CEO von Intel präsentiert das Joule-Modul auf dem Intel Developer Forum.
Brian Krzanich, CEO von Intel präsentiert das Joule-Modul auf dem Intel Developer Forum.

Eher klotzen statt kleckern: das Joule-Kit geizt nicht mit Rechenleistung und ist für Virtual-Reality-Anwendungen ausgelegt. Der Preis des Kits dürfte allerdings das Budget vieler »Maker« sprengen.

Das Intel Developer Forum in San Francisco steht in diesem Jahr unter dem Vorzeichen der virtuellen Realität. Ein zentrales Element Intels für die Verbindung zwischen realer und virtueller Welt ist die »RealSense«-Technik, eine Kombination mehrerer Kameras mit Intel-Prozessoren und -Software. Diese Technik ist auch der Treiber für ein neues Maker-Modul, das Intel auf dem Developer Forum vorgestellt hat: das Joule-Kit.

Die Joule-Plattform ist genau genommen ein Computermodul, kombiniert mit einem Trägerboard und einem angepassten Linux-Betriebssystem. Das System zielt nach Intels Aussage auf industrielle IoT-Anwendungen, Robotik, Micro-Server, Bildverarbeitung, Dronen, virtual und augmented Reality.

Das Computermodul gibt es in zwei Varianten: Das höherwertigere, Joule 570x enthält einen Intel-Atom-Prozessor T5700 mit 1,7 GHz Taktfrequenz (kurzzeitig bis 2,4 GHz), 4 GB RAM, 16 GB eMMC-Flash sowie eine Grafikeinheit, die 4K-Video aufnehmen und wiedergeben kann. Die kleine Version Joule 550x enthält den Atom-Prozessor T5500 mit 1,5 GHz Taktfrequenz, 3 GB RAM und 8 GB eMMC. An Peripherieanschlüssen sind vorhanden: USB, WiFi, Bluetooth, CSI und DSI (Camera bzw. Display Serial Interface), GPIO, I²C und UART. Beide Module unterstützen die Real-Sense-Kameras und -Software.

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Maker-Kit Intel Joule

Auf dem Developer Forum im August 2016 stellte Intel das Maker-Kit »Joule« vor.

RealSense: Die Welt erkennen

Bei RealSense arbeiten eine 1080p-Kamera, eine Infrarot-Kamera und ein Infrarot-Laserprojektor zusammen. Diese Sensorkombination kann die Umgebung ähnlich wie das menschliche Auge wahrnehmen, nämlich mit räumlicher Tiefe und Bewegungserkennung. Mit RealSense lassen sich z.B. 3D-Scans aufnehmen: Infrarot-Laserprojektor und -Kamera erkennen die Form eines Objekts, während die Kamera für das sichtbare Licht die Textur, also das Aussehen der Oberfläche erkennt. Ein anderes Beispiel, das Intel bereits vorführte, ist eine Drohne, die durch einen Wald fliegt und sich den Weg durch die Bäume bahnt. Das alles erfordert hohe Rechenleistung.

Auf dem Intel Developer Forum wurde das Joule Kit z.B. zusammen mit einer VR-Brille gezeigt, die Wartungspersonal in der Industrie zeigen könnte, welche Schritte bei einer Montage auszuführen sind. Eine französische Firma hat ein Head-up-Helm-Display für Polizisten auf dem Motorrad entwickelt, das Informationen aus der Umgebung erkennt und z.B. das Kennzeichen eines Nummernschilds und die Zahl der umgebenden Fahrzeuge anzeigt. Wichtige Informationen können erneut abgespielt werden. Mehrere Roboter wurden ebenfalls erwähnt: Ein Barkeeper-Roboter aus Japan, der mit natürlicher Sprache kommuniziert und gesteuert werden kann oder ein Roboter von Microsoft, der Kinder mit Diabetes begleitet und sie daran erinnert, ihren Blutzuckerspiegel zu beachten. Auch von Canonical gibt es einen Roboter, der mit den RealSense-Kameras arbeitet und von einem Ubuntu-Linux gesteuert wird.