Microsoft Azure auf dem Raspberry Pi3 Himbeere in der Cloud

Das Raspberry Pi3 Board untertützt auch die Azure Cloud von Microsoft
Das Raspberry Pi3 Board untertützt auch die Azure Cloud von Microsoft

Eine Plattform, alle Windows-Versionen. Mit dem Windowas 10 IoT-Core schließt Microsoft den Kreis für das Raspberry Pi 3 Board. Damit bietet die Himbeere in Verbindung mit der Azure Cloud eine vielfältige Basis für das Internet der Dinge.

Windows 10 IoT Core unterstützt zwei zentrale Konzepte: Universal Windows Driver (UWD) und die Universal Windows Platform (UWP). Die frei skalierbare Universal Windows Platform treibt die Eigenentwicklung von Anwendungen über die gesamte Bandbreite von Windows-10-Systemen mächtig voran und besitzt in der Kombination mit dem Azure IoT Hub ein Alleinstellungsmerkmal. Mit allen Windows-10-Versionen, dazu zählen auch die Enterprise-, Mobile- und die IoT-Core Versionen, können Geräte miteinander vernetzt werden und autonom arbeiten. Daher ist Windows 10 eine geeignete Plattform zur Entwicklung vernetzter und intelligenter IoT-Geräte.

Installation und Konfiguration

Die Installation und Konfiguration des aktuellen Windows 10 IoT Core auf dem Raspberry Pi 3 Board ist etwas kniffelig. Aber es lohnt sich, denn die entwickelten Apps lassen sich anschließend ganz einfach von einem Desktop PC auf das Raspberry Pi 3 Board laden und debuggen. Des Weiteren gibt es eine große Auswahl an Hardware-Schnittstellen, um z.B. einen Sensor anschließen zu können. Unter Verwendung des Visual Studio 2017 kann die komplette Infrastruktur für die Kommunikation mit Azure (Cloud) eingerichtet werden. Somit lassen sich Sen­sordaten ablegen und anschließend von unterschiedlichen Geräten aus abfragen und auswerten.

Bis jetzt war es kein Problem für Microsoft, ein Windows-System auf einen ARM-Prozessor zu portieren, da die Leistung der Embedded-Boards eher bescheiden war. Heute befindet sich auf dem Raspberry Pi 3 Model B Board eine 64-Bit Quad-Core ARMv8-CPU, die mit 1.2 GHz getaktet wird – das »non plus ultra« für den Embedded-Bereich, vor allem in Sachen Leistung und Stromverbrauch. Allerdings stellt Microsoft nur eine 32-Bit-Variante des vorkonfigurierten Windows 10 IoT Core zur Verfügung. Jedoch wird Windows 10 IoT Core ständig weiterentwickelt, somit ist bald eine 64-Bit-Version zu erwarten. Wer darauf nicht warten möchte, kann eine eigene 64-Bit-Variante erzeugen.

Der Aufwand lohnt sich: Neuerdings gibt es für Windows 10 eine universelle Treiber-Plattform (UWP). Damit kann ein Treiber (API) für verschiedene Plattformen verwendet werden. Ein vergleichbares Angebot gibt es auch bei der Applikations-Entwicklung (Apps). Eine einmal erstellte App läuft dann auf allen Windows-10-Plattformen.

Eigenschaften der Version Windows 10 IoT Core

Die Windows-10-IoT-Core-Version ist eine abgespeckte und optimierte Windows-10-Version für kleine Geräte, die mit oder ohne User Interface (UI) betrieben wird. Es gibt kein Startmenü, keinen Launcher und nur genau eine App kann mit dem UI augesführt werden. Im Background hingegen können mehrere Tasks parallel laufen. Die Steuerung kann, wie gewohnt, über Maus und Tastatur durchgeführt werden. Der Zugriff zum Raspberry ist darüber hinaus remote über eine Vielzahl unterschiedlicher Tools möglich: über den Windows 10 IOT Remote Client, das Windows 10 IOT Core Dashboard, das Webinterface welches auf dem Raspberry gehostet wird, die verschlüsselte Netzwerkverbindung SSH-Shell (Secure Shell), Power-Shell oder über das File Transfer Protocol (FTP).