Verkehrstechnik-Messe Innotrans »Geld ist genug da«

Verkehrsminister Scheuer auf der Eröffnungsveranstaltung der Innotrans 2018.
Verkehrsminister Scheuer auf der Eröffnungsveranstaltung der Innotrans 2018.

Das behauptet Verkehrsminister Scheuer. Die Bahn-Manager mahnen, die ehrgeizigen Ziele des Koalitionsvertrags zur Stärkung des Schienenverkehrs nun auch umzusetzen.

Keine Rede von der Krise der Deutschen Bahn und der Kosten-Notbremse, die Bahnchef Richard Lutz letzte Woche zog. »Die Bahn hat eine große Zukunft« sagte Verkehrsminister Scheuer heute auf der Eröffnungsveranstaltung der Innotrans. Gleichwohl stehe die Bahn auch vor großen Herausforderungen. »Trassen zu bauen und Gleise zu verlegen ist sehr teuer, und die müssen dann auch regelmäßig gewartet werden,« gab der Verkehrsminister bekannt. Aber die Bundesregierung habe sich im Koalitionsvertrag ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Verdoppelung der Fahrgastzahlen im Fernverkehr bis 2030.

Zum Ausbau der Kapazitäten umfasse der Bundesverkehrswegeplan deshalb bis 2030 ein Investitionsvolumen von 279 Milliarden Euro. Davon sind allerdings nur 42 Prozent für die Schiene bestimmt.

Damit die Investitionen auch getätigt werden können, sei es wichtig, auch die Bürger an den Planungen zu beteiligen, außerdem arbeitet die Regierung an einem Planungsbeschleunigungsgesetz.

Für die weitere Einführung des Zugsicherungssystems ETCS (European Train Control System) sind 600 Millionen Euro bis 2023 eingeplant. Mit diesem System kann der Zugbetrieb verflüssigt werden. Die Streckenkapazität steigt um ca. 20 Prozent, ohne dass neue Gleise gebaut werden müssen.

Auf Fragen nach der Digitalisierung des Schienennetzes, bzw. eine umfassendere Einführung von ETCS antwortete der Minister ausweichen und meinte nur, es müssten Mobilfunklücken entlang der Strecken geschlossen werden.

Forderung nach konsequentem Ausbau

Jürgen Fenske, Chef der Kölner Verkehrsbetriebe und Präsident des VDV (Verband Deutscher Verkehrsunternehmen) hob das Beispiel Wien hervor, wo 27 Prozent aller Wege mit dem ÖPNV zurückgelegt werden und das Auto nur noch einen Anteil von 44 Przoent hat. Diese Mobilitätswende sei nicht durch das 365-Euro-Ticket und nicht durch Digitalisierung geschafft worden, sondern dadurch, dass die Infrastruktur und die Kapazitäten über Jahre hinweg konsequent ausgebaut wurden.