Überzeugende Innovationen Embedded Award: Die Preise reichen nicht

Den diesjährigen »embedded award« haben Energy Micro, Mentor Graphics und Hitex Development Tools abgeräumt. Weil die regulären drei Preise nicht reichten, erhielt Atmel für einen Touch-Controller einen Sonderpreis.

Energiesparen ist und bleibt einer der Trends in der Elektronikentwicklung. Nicht nur, weil Energie teuer und die fossilen Ressourcen beschränkt sind, sondern auch wegen der vielen mobilen, batteriebetriebenen Anwendungen. Zwei der drei Embedded Awards in diesem Jahr berühren das Thema Energieeffizienz.

In der Kategorie Hardware erhielt die erst 2007 gegründete Energy Micro den Award für die Mikrocontrollerfamilie EFM32. Die ersten 22 Derivate dieser Cortex-M3-Implementierung erschienen im Oktober 2008. Der Prozessorkern kann mit bis zu 32 MHz getaktet werden und verbraucht 180µA/MHz bei 3 Volt.

Weitere Stellschrauben, an denen Energy Micro gedreht hat, sind eine extrem kurze Aufwachzeit, um vom Stand-by in den aktiven Modus umzuschalten und ein besonders niedriger Stromverbrauch im Schlafmodus.

 

Strommessung mit dem Debugger

Von Hitex Development Tools stammt ein neuartiges Werkzeug, mit dem auch die Software auf Stromverbrauch optimiert werden kann. Es wurde mit dem Embedded Award für Tools ausgezeichnet. Das Strommessgerät »PowerScale« misst Strom und Spannung direkt in einem Zielsystem.

Am interessantesten dürfte die Funktion »PowerTrace« sein, eine Funktion, die einen direkten Bezug zwischen Strom-/Spannungsmessung und der Applikation herstellt. Die Tracedaten werden über USB an den Entwicklungsrechner geliefert, auf dem sie in einer grafischen Oberfläche dargestellt werden. Hitex hat das API dieser Anwendung offengelegt, so dass sich Debugger-Hersteller mit der Anwendung verbinden können. Dadurch ist es möglich, Softwareentwicklung und Energiemessung und -auswertung in eine einheitliche Oberfläche zu integrieren.

GUI-Anpassung für Android

In der Kategorie Software machte Mentor Graphics das Rennen mit einem Werkzeug, das die grafische Oberfläche der Android-Plattform ändert, ohne dass der Quellcode modifiziert werden muss. Android ist eine Linux-Version für mobile Kleincomputer und Smartphones. Dieses Linux kann zwar in gewissen Grenzen angepasst werden, jedoch ist es schwierig, das gesamte »Look-and-Feel« zu ändern. Doch dafür gibt es von Mentor Graphics die »Inflexion GUI technology for Android«. Mit ihr kann die Android-Bedienoberfläche komplett umgekrempelt werden - ohne dass man eine Zeile Code oder Scripts schreiben müsste.

Sonderpreis für Atmel

Ein neu entwickelter Touch-Controller von Atmel war der Jury einen Sonderpreis wert. Der Verdienst von Atmel liegt darin, dass das Signal-Rausch-Verhältnis bei der Erkennung der Berührungen von 66 auf 81 Prozent gesteigert werden konnte. Dadurch wird das Bedienen von Touch-Screens unter extrem rauen Bedingungen und z.B. auch mit Handschuhen möglich.