Entwickeln mit DevOps Ein Win-Win-Ansatz

Der DevOps-Ansatz versucht, Teams an Software-Entwicklern und Software-Betriebstechnikern zusammenzubringen.
Der DevOps-Ansatz versucht, Teams an Software-Entwicklern und Software-Betriebstechnikern zusammenzubringen.

Entwickler sollen Software immer schneller zur Marktreife führen. Programmierer und deren Unternehmen stellt das vor Herausforderungen. Agile Methoden wie DevOps können dabei helfen, Entwicklungszyklen einzuhalten.

Unternehmen profitieren von abteilungsübergreifender Zusammenarbeit und betriebswirtschaftlichen Synergien. Ebenso wächst das Internet of Things rasant: Die Vernetzung von Geräten, Bauelementen, Sensoren und Ähnlichem nimmt immer weiter zu. Ohne agile Software-Entwicklung und -Monitoring wäre das kaum möglich. Mit DevOps bietet sich die Möglichkeit, um mit den immer kürzer werdenden Entwicklungszyklen Schritt zu halten.

Bei DevOps steht ein Optimieren der Zusammenarbeit von Entwicklungs- (Development) und Betriebsteams (Operations) im Vordergrund. Mithilfe der Methode können Firmen das Bereitstellen von IT-Services und die Einführung agiler, schlanker Verfahren beschleunigen. Seinen Ursprung hat DevOps in der Lean-Bewegung der 1990er Jahre, die auf eine effiziente Wertschöpfungskette industrieller Güter abzielte. Ihr Grundsatz, Produktionsprozesse auf möglichst kleine, autonome Teilschritte herunterzubrechen und die Qualitätssicherung direkt einzubinden, ermöglicht schnelle, flexible Reaktionen auf Veränderungen oder Schwierigkeiten. Hiermit reduziert sich die Bearbeitungszeit, Ressourcen werden optimal eingesetzt und Engpässe vermieden. DevOps überträgt den Gedanken auf die Software-Entwicklung, indem Unternehmen das Entwickeln und den Betrieb in kleinen, agilen Teams zusammenführen. Beide Abteilungen verantworten das Erstellen, Bereitstellen, den Betrieb und die Qualitätssicherung der Software.

Herausforderungen auf dem Weg zur Zusammenarbeit

Für Unternehmen sind kürzere Entwicklungszyklen sowie schnelle Produkt- oder Service-Updates und -Entwicklungen essenziell – unter Nutzen stabiler, unterbrechungsfreier Systeme. Jedoch gefährdet schnelles Entwickeln ohne angemessene Sicherheitsvorkehrungen das Ziel kurzer Entwicklungszyklen. Mit der DevOps-Methode können Anwender das Dilemma lösen. Alle Mitarbeiter, die beim Software-Entwickeln und –Bereitstellen tätig sind, werden in einen einzigen, hoch automatisierten Arbeitsablauf mit einem gemeinsamen Ziel integriert: dem schnellen Bereitstellen qualitativ hochwertiger Software, die alle Benutzeranforderungen erfüllt und zugleich die Integrität und Stabilität des gesamten Systems bewahrt.
Hierzu sind folgende Schritte nötig:

  • gemeinsames Formulieren von Erwartungen und Setzen von Prioritäten
  • Zusammenarbeit bei der Problemlösung
  • Automatisieren von überlappenden oder sich wiederholenden Prozessen
  • kontinuierliches Integrieren von Feedback
  • Weitergeben von Daten

Mit den Schritten können Unternehmen eine effektive Kultur der Zusammenarbeit über verschiedene Fähigkeiten und Spezialkenntnisse hinweg fördern. Außerdem gibt es kontinuierliche Tests und ein lückenloses Monitoring, um Leistungsprobleme zu erkennen, ehe sie die Produktion behindern oder dem Endnutzer auffallen. Für DevOps sind zwei Arten des Monitorings erforderlich: Überwachen der Anwendungsleistung und der Infrastruktur.

Der Kunde profitiert

Kundenzufriedenheit ist das wichtigste Signal für ein gesundes Unternehmen – DevOps fördert sie. Mithilfe beschleunigter Markteinführungszeiten, schneller Reaktionen auf sich verändernde Markt- und Kundenanforderungen sowie minimierter Risiken und Vermeiden von unvorhergesehenen Schwierigkeiten. Mit einem konsequenten Monitoring und Testen können Entwickler Schwierigkeiten bereits in ihrem Entstehen erkennen und korrigieren, so dass deren negativer Einfluss erst gar nicht zum Tragen kommt.

Ebenso hat DevOps für Mitarbeiter zahlreiche Vorteile: Für Entwickler verkürzen sich Genehmigungszyklen sowie die Bereitstellungszeiten für Server. Systemadministratoren gewinnen stabilere Systeme mit der verstärkten Beteiligung der Entwickler. So bringt eine hohe Frequenz kleinerer Releases weniger Variabilität in das System, was das Risiko eines Komplettausfalls senkt. Zudem reduziert ein zunehmendes Automatisieren die benötigte Zeit für Routineaufgaben signifikant. Testingenieure können dank DevOps genauer testen und bessere Leistungsvorhersagen neuer Versionen treffen.

DevOps erfolgreich einsetzen

Für ein erfolgreiches Entwickeln mit DevOps muss ein Wandel im gesamten Unternehmen stattfinden, nicht allein in den Entwicklungs- und operativen IT-Teams. Veröffentlichen Unternehmen, die früher einmal pro Jahr ein Software-Update auf den Markt brachten, ab sofort täglich mehrere Releases, hat das Einfluss auf das gesamte Unternehmen. Der Wandel erfolgt jedoch nicht plötzlich: Meist sind schrittweise Änderungen von einer monolithischen Architektur hin zu Micro-Services ein Einstieg in die DevOps-Kultur. Oft gehen mit der Änderung Cloud-Migrationen einher, werden jedoch nicht vorausgesetzt. Unabdingbar bleibt jedoch das nahtlose Überwachen aller Veränderungen. Hierdurch lassen sich bereits in einer frühen Phase Fehler vermeiden, die die Basis des gesamten Setups gefährden könnten. Zudem erhält man eine »Baseline«, das die Optimierungen von der Ausgangssituation zur neuen DevOps-Welt protokolliert und transparent macht.

Noch vor ein paar Jahren hielten es Unternehmens-Manager für unmöglich, Geschäftsanwender, Entwickler, Test-Ingenieure, Sicherheitsingenieure und Systemadministratoren in einem Workflow zu vereinen. DevOps bietet jedoch für alle Vorteile: gegenseitiges Unterstützen, weniger Konkurrenzdenken, schnellere Einführung von Software-Produkten. Gerade die Produkte kurbeln den Umsatz an, stärken die Kundenzufriedenheit und bewahren die Systemzuverlässigkeit – eine klare Win-Win-Situation.

Der Autor
Klaus Kurz ist Director Solutions Consulting bei New Relic. Bevor er im Herbst 2019 diese Stelle antrat, arbeitete er 15 Jahre bei Adobe und füllte Positionen vom Manager Business Development bis zum Head of Solution Consulting für Zentral- und Osteuropa. Kurz studierte an der TU München Elektrotechnik und schloss sein Studium als Diplom-Ingenieur ab. Zudem erwarb er das Staatsexamen für Berufsschulen. Seinen MBA in General Management hat er 2009 an der Hochschule für Ökonomie und Management in Essen erworben.