Unternehmenskultur im Wandel Digitalisierung – eine Sache der Organisation

Das Thema der Digitalisierung betrifft alle Unternehmen – doch die wenigsten wissen was dahinter steckt.
Das Thema der Digitalisierung betrifft alle Unternehmen – doch die wenigsten wissen was dahinter steckt.

Das Wort »Digitalisierung« ist in aller Munde – doch die wenigsten können es erklären. Prof. Dr. Dennis Lotter von der Hochschule Fresenius zeigt in seinem aktuellen Buch auf, was es für Unternehmen bedeutet »digital« zu sein.

Unternehmen müssen sich mit Digitalisierung auseinandersetzen, meint Prof. Dr. Dennis Lotter von der Hochschule Fresenius in Wiesbaden – und zwar alle. Der Studiendekan des Maserstudiengangs Sustainable Marketing & Leadership erklärt: »Digitalisierung ist keine neue Technologie, vielmehr geht es um die Unternehmenskultur. Die Technologie ist lediglich der Treiber oder »Enabler«. Hierbei ist die digitale Transformation ein gestalterischer Akt, den immer noch Menschen umsetzen müssen, das kann keine Technik leisten«.

Unabhängig von der Branche müssen sich alle Unternehmen mit dem Thema befassen, denn immer mehr Wertschöpfungsketten verzahnen sich. Wer sich dem verschließt, droht den Anschluss zu verlieren. Doch was heißt es konkret, die Unternehmenskultur zu verändern?

Experimente führen zum Erfolg

Lotter führt drei Beispiele an. Zum einen können Mitarbeiter in vielen Bereichen schon zeit- und ortsunabhängig arbeiten. Es bringt jedoch nichts, die Technik zu haben und bereitzustellen, wenn dann doch eine festgelegte Präsenz im Büro erwartet wird. Des Weiteren sollte eine Führungskraft heute Trainer oder Coach sein, der eine Vision hat, sie vorlebt und als Mentor begleitet. Es spielt dabei keine Rolle, wie die Vision erreicht wird.

Außerdem hat Digitalisierung mit »Design« zu tun. Aber wie gehen Designer vor? Sie experimentieren – und das in kleinen Schritten. Die Mentalität, für Projekte lange Zeit zu haben, gehört der Vergangenheit an. Heute verlangt die Dynamik, viele kleine Projekte und Schritte zu machen und sie konstant zu prüfen. Fehler sind dabei ausdrücklich erwünscht.

Wie die Transformation gelingt

In seinem Buch »Digital Transformation Design – 33 Prinzipien, wie Sie Organisationen ins intelligente Zeitalter führen« beschreibt Lotter wie die digitale Transformation gelingen kann – und das in jedem noch so kleinen Unternehmen. Selbst Handwerksbetriebe und mittelständische Betriebe sind gefordert. Laut Lotter gibt es drei Transformationsebenen: eine Unternehmenskultur, ein Geschäftsmodell sowie Strukturen und Prozesse, die alles zusammenhalten. Hinzu kommen neun Transformationsfelder, die den Ebenen zuzuordnen sind. Dazu zählen Aspekte wie Kundenorientierung, der normative Orientierungsrahmen oder die Arbeitsweise. Ein digitales Unternehmen muss alle neun Felder durchlaufen.

In seinem Buch gibt Lotter anhand einzelner Geschichten klare Handlungsleitlinien für das Umsetzen an die Hand. Auch die Bildungsanbieter sind gefragt, didaktische Möglichkeiten auszuarbeiten, das nötige Wissen zu vermitteln. Dozenten müssen mehr in die Rolle eines Coaches und Mentors eintauchen. Außerdem müssen Hochschulen Orte der Diskussion, des Austausches und der Horizonterweiterung werden. Mit dem Thema Digitalisierung und künstliche Intelligenz beschäftigt sich ebenfalls das Landshut Leadership Forum, das am 14. November an der Hochschule Landshut stattfindet.