Entwicklungs-Software Digia übernimmt Qt von Nokia komplett

Ausverkauf bei Nokia: Nachdem Digia schon die Rechte zur kommerziellen Verwertung des Entwicklungsframeworks Qt von Nokia erworben hatte, gehen nun auch alle Rechte an der Open-Source-Version an Digia über.

Die Schließung der Qt-Entwicklungsabteilung in Brisbane (Australien) hatte bereits Gerüchte um einen Verkauf von Qt keimen lassen. Nun ist es offiziell: Nokia verkauft Qt an Digia. Damit sind sämtliche Qt-Aktivitäten in der Hand von Digia, das im März 2011 bereits die Rechte an der kommerziellen Qt-Version erworben hatte. Nokia hatte noch die Rechte an der Open-Source-Version behalten. Digia hat nun freie Hand was die Weiterentwicklung des Produkts, die Gestaltung von Service-Verträgen sowie die Lizenzierung der Open-Source- und der kommerziellen Version betrifft.

Qt ist ein Entwicklungsframework, mit dem Anwendungen plattformübergreifend entwickelt werden können und dann auf verschiedenen PC- oder Smartphone-Betriebssystemen ablaufen können. Die Anwendungen haben auf den jeweiligen Plattformen – im Gegensatz z.B. zu Java – ein natives Erscheinungsbild, da sie die Steuerelemente (Schaltflächen, Grafikelemente) des jeweiligen Betriebssystems nutzen.

Qt wurde ursprünglich von der norwegischen Firma Trolltech entwickelt, die vor vier Jahren von Nokia akquiriert wurde. Nokia pflegte darüber eine eigene Version "Qt for Nokia", die auf Symbian-Smartphones läuft.

Digia hat nun angekündigt, in die Weiterentwicklung des Produkts zu investieren und es »so schnell wie möglich« auf Android, iOS und Windows 8 zum Laufen zu bringen. Digia wird »bis zu 125« Angestellte von Nokia übernehmen, die zum größten Teil in Berlin und Oslo arbeiten. In Berlin befindet sich eine Entwicklungsabteilung.