Virtualisierungstechnik Congatec kauft Real-Time Systems

Gerd Lammer, Gründer und Inhaber von Real-Time Systems (li.) und Congatec-CEO Jason Carlson stoßen auf die gemeinsame Zukunft an.
Gerd Lammer, Gründer und Inhaber von Real-Time Systems (li.) und Congatec-CEO Jason Carlson stoßen auf die gemeinsame Zukunft an.

Congatec hat den Hypervisor-Anbieter Real-Time Systems aus Weingarten gekauft. Für Congatec ist dies die erste Akquisition in der Firmengeschichte.

»Wir haben das aus unseren eigenen Rücklagen finanziert,« sagt Congatec-CEO Jarson Carlson. Den Kaufpreis möchte er aber nicht verraten. »Congatec ist ein Hardware-Anbieter, und ein Hypervisor ist eine hardwarenahe Software, das passt ideal zusammen,« ergänzt Carlson. Mit dem RTS-Hypervisor können mehrere Betriebssysteme – sogar mehrere Echtzeit-Betriebssysteme – zeitgleich auf einer beliebigen x86-Hardware von AMD oder Intel betrieben werden.

Real-Time Systems wird wie bisher mit seinem Team am Standort Weingarten weiterarbeiten. Congatec hat die Absicht, den Hypervisor durch seine weitreichende Vertriebsstruktur zu einem Quasi-Standard für Industrie-4.0-Anwendungen zu machen. Großen Wert legt Congatec dabei auf die Hardware­unabhängigkeit. »Die Kunden werden weiterhin die Wahl haben, ob der Hypervisor auf ­einem Board von uns oder von einem Wettbewerber läuft. Nur dann kann es ein Standard werden, und wir müssen unsere Kunden immer wieder von neuem überzeugen, dass unsere Hardware die beste ist,« sagte ­Jason Carlson.

Einer der Vorteile des RTS-­Hypervisors ist die Unabhängigkeit von Prozossorfeatures. Auch wenn x86-Prozessoren eine gemeinsame Architektur haben, unterscheiden sich die verschiedenen Generationen in ihren Befehlssätzen. Wenn ein Nutzer zu einer leistungsfähigeren Hardware bzw. einem neueren Prozessor ­wechelt, muss er an der Software nichts ändern. Schon seit langer Zeit arbeiten Congatec und Real-Time Systems zusammen und hatten auch auf Messen gemeinsame Demonstratoren präsentiert.