Edge Computing Computer-Hersteller zeigen klare Kante

Ist der Cloud-Hype vorbei? Die Anbieter bieten in diesem Jahr verstärkt leistungsfähige Systeme an der »Kante« des Netzwerks an – so genannte Edge Devices.

Jahrelang lautete das Mantra der Industrie: Daten in die Cloud, dort ist der Speicherplatz unbegrenzt. Das ist für einen Standort im gut erschlossen Gewerbegebiet mit Glasfaser-Infrastruktur kein Problem, aber mit dem Siegeszug des Internet der Dinge gibt es immer mehr Anwendungen, die auf schmalbandige und unzuverlässige Funkverbindungen angewiesen sind. Oder die Latenzzeiten für eine Datenverbindung in die Cloud sind einfach so groß, dass die gesamte Anwendung technisch oder wirtschaftlich nicht tragfähgig ist. In diesen Fällen müssen die Daten vor Ort verarbeitet oder zumindest vorverarbeitet werden. Die Angebote für leistungsfähiges Equipment an der »Edge« werden immer größer.

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Edge-Computing auf der embedded world 2018

Die Board-Hersteller zeigen auf der embedded world leistungsfähige Geräte für das Edge-Computing.

Fujitsu als der volumenmäßig größte Fabrikant industrieller x86-Mainboards in Deutschland setzt auf ein für ihn neues Boardformat: Mini-STX. Dieses Boardformat bietet mit 140 × 147 mm2 etwa doppelt so viel Fläche wie die kompakten NUC-Boards von Intel. Vor allem aber lassen sich die Systeme leichter kühlen und das Board ist groß genug, um genügend Steckverbinder anzubringen.
Auch iesy und congatec präsentieren eine Neuheit mit Mini-STX: Einen modularen Edge-Server, dessen Basisboard im Mini-STX-Format gehalten ist. Statt eines fest aufgelöteten Prozessors hat das Board einen Modulsteckplatz für COM Express Type 7. So kann das System „mit den Aufgaben wachsen“ bzw. in der Leistung skaliert werden. Die Systemintegration hat iesy gemacht, die Module mit Intel Atom oder Xeon-D kommen von congatec

Adlink beschreitet eher traditionelle Wege und skaliert nicht nur die Rechenleistung, sondern auch die Gehäusegröße: vom kompakten Gateway in Notizbuchgröße bis zum ausgewachsenen, aber lüfterlosen Embedded-PC mit PCI- und PCI-Express-Steckplätzen.

Einen interessanten Ansatz zeigt auch der Industrie-PC-Anbieter Plug-in Electronic: Ein lüfterloses Embedded-Computing-System mit Intel C236-Chipsatz und Nvidia-Pascal-Grafikkarte. Dieses System kann – dank der Pascal-GPU – wahlweise für anspruchsvolle Bildverarbeitungsaufgaben oder für parallele Berechnungen wie KI-orientierte Anwendungen, Robotersteuerung und maschinelles Lernen eingesetzt werden.