»Herausforderung Cloud und Crowd« BMBF-Projekt erforscht Cloud-basierte Geschäftsmodelle

Welche Cloud-basierten Geschäftsmodelle gibt es? Und wie sehen die Wertschöpfungssysteme der Zukunft aus?

Welche Cloud-basierten Geschäftsmodelle gibt es? Wie sehen die Wertschöpfungssysteme der Zukunft aus? Antworten darauf soll das vom BMBF geförderte Projekt »Herausforderung Cloud und Crowd« geben.

»Die Cloud ist mehr als eine bloße IT-Lösung. Sie verwandelt die Welt der digitalen Daten in einen offenen sozialen Handlungsraum. Dies ermöglicht fluide und offene Wertschöpfungssysteme und schafft das Fundament für Plattformstrategien und das Prinzip der Crowd«, erklärt PD Dr. Andreas Boes, Projektkoordinator des BMBF-geförderten Projekts »Herausforderung Cloud und Crowd«. In dem Projekt geht es aber nicht um die Frage nach dem Potenzial von Cloud- und Crowd-Konzepten, sondern auch um die Frage nach den Möglichkeiten der nachhaltigen Gestaltung der Wertschöpfungssysteme der Zukunft.

Cloud-Strategien bilden die Grundlage von Trendthemen wie das Internet der Dinge, Crowdsourcing, Industrie 4.0, Big Data und Mobile. Um ein differenziertes Bild von Cloud und Crowd zu erhalten, arbeiten in dem Projekt unter der Federführung des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung München, kurz: ISF, Verbundpartner aus Forschung, Gewerkschaften und der Beratungsbranche »Cloud und Crowd« zusammen. Jeder der Teilnehmer beschäftigt sich mit dem Thema aus einem anderen Blickwinkel. Im Fokus stehen dabei die Konzepte und Strategien von Vorreiterunternehmen, die Crowdsourcing-Plattformen in ihrer Funktion als Intermediäre und die »Soloselbstständigen«, die in der Cloud ihre Leistungen anbieten.

Sechs Teilprojekte

Das Teilprojekt des ISF widmet sich den Strategien führender Unternehmen aus der ITK-, der Automobil- und der Elektrotechnikbranche und ihren neuen Cloud-basierten Geschäftsmodellen, Wertschöpfungssystemen und neuen Organisationskonzepten von Arbeit.

Mit den Crowdsourcing-Plattformen, die als innovative Dienstleistungssysteme der Zukunft zwischen Unternehmen und Crowdsources vermitteln, befasst sich das Fachgebiet Wirtschaftsinformatik der Universität Kassel. Dabei betrachten die Projektteilnehmer diese Plattformen nicht isoliert aus einer technischen Sicht, sondern es werde deren spezifische Rolle in einem komplexen Dienstleistungssystem untersucht, so der Fachgebietsleiter Prof. Dr. Jan Marco Leimeister. Als Ziel habe man sich die Entwicklung nachhaltiger Lösungen für Crowdsourcing-Projekte auf Grundlage konkreter Praxisbeispiele gesteckt.

Im Mittelpunkt des von Prof. Dr. Hans Pongratz durchgeführten und am Lehr- und Forschungsbereich für Qualitative Methoden der empirischen Sozialforschung der Ludwig-Maximilians-Universität München angesiedelten Teilprojekts steht die berufliche Selbstständigkeit. Experten fragen u.a. danach, welche Menschen mit welchen Erwerbsstrategien in Cloud und Crowd aktiv sind.

Das Beratungs- und Lösungshaus andrena objects ag rückt agile Software-Methoden für die Arbeit in Cloud-basierten Wertschöpfungssystemen in ihren Forschungsmittelpunkt.

Die Gewerkschaften IG Metall und ver.di setzen sich mit den Herausforderungen auseinander, welche Cloud- und Crowd-Konzepte für die Beschäftigten, Interessenvertretungen und Mitbestimmung mit sich bringen. Ziel der beiden Teilprojekte ist es, die betriebliche Praxis zu analysieren, Handlungsfelder zu identifizieren und auf dieser Grundlage Zukunftsszenarien für gute Arbeit im digitalen Zeitalter zu entwickeln.

Ziel: Referenzmodelle und Handlungsempfehlungen

Die Erkenntnisse aus den sechs Teilprojekten sollen zu einem ganzheitlichen Bild zusammengeführt werden und der Wirtschaft in Form von Referenzmodellen und Handlungsempfehlungen für eine breite Anwendung zur Verfügung stehen. Mit dem Projekt »Herausforderung Cloud und Crowd« sei ein hochkarätiger Verbund entstanden zur Erforschung eines der spannendsten Themen, die derzeit im Zuge der Digitalisierung diskutiert würden, betont ISF-Vorstandsmitglied Boes. Erste Ergebnisse wollen die Projektpartner Anfang 2017 im Rahmen einer Transferkonferenz präsentieren und zur Diskussion stellen.