Deutsche Bahn Betrug mit Gutschein-Codes für stornierte Tickets

Die Deutsche Bahn akzeptiert vorübergehend keine Lastschriftzahlung für Sparpreis-Tickets mehr. Betrüger haben Tickets bestellt und anschließend storniert, um Gutschein-Codes für stornierte Tickets zu mißbrauchen.

Online-Betrüger haben es auf Gutschein-Codes für den Fahrkartenkauf abgesehen. Diese siebenstelligen Codes besorgen sie sich, indem sie Sparpreis-Tickets buchen und dann wieder stornieren. Seit dem 01. August 2018 erstattet die Bahn bei Sparpreis-Tickets nicht mehr das Geld zurück, sondern erstattet den Wert abzüglich einer Stornierungsgebühr nur noch in Form eines Gutschein-Codes. Diese Codes verhökern die Betrüger dann wieder oder kaufen davon andere Fahrkarten, die sich zu Geld machen.

Offenbar erfolgt die Zahlung dieser in betrügerischer Absicht erworbenen Tickets im Lastschriftverfahren. Anscheinend haben sich die Betrüger über dunkle Kanäle Bankverbindungen besorgt. Als Reaktion darauf hat die Bahn die Bezahloption Lastschrift bei Sparpreis-Tickets jetzt ausgesetzt. Die Tickets lassen sich nur noch per Sofortüberweisung oder Kreditkarte mit Sicherheitscode kaufen.

Am 1. August hatte die Bahn ihr Tarifsystem im Fernverkehr geändert. Als Reaktion auf die günstigen Fernbusse wurde ein neuer Super-Sparpreis eingeführt, der kein City-Ticket (kostenlose Weiterfahrt im ÖPNV des Zielorts) enthält. Die Super-Sparpreis-Tickets sind nicht stornierbar. Im Gegenzug wurde bei den Sparpreis-Tickets die Stornogebühr von 19 Euro auf 10 Euro gesenkt. Die Tickets sind bis einen Tag vor Reiseantritt stornierbar. Allerdings gibt es nur noch einen Gutschein-Code für einen späteren Fahrkartenkauf. Vorher wurde das Geld auf gleichem Weg zurückerstattet, wie es der Kunde bezahlt hatte. Bei den teureren Flexpreis-Tickets, die nicht an einen Zug gebunden sind, gibt es nach wie vor Geld zurück.

Kommentar: Auf Kosten der Kunden

Es könnte so einfach sein: Die Bahn bräuchte einfach nur wieder Geld zurückerstatten statt einen Gutschein-Code. Dann würde die Masche der Betrüger nicht mehr funktionieren. Die Bahn wählt aber den kundenfeindlichen Weg und schafft einfach die Lastschrift als Bezahlmethode ab. Viele Menschen in Deutschland haben keine Kreditkarte und bei der Sofortüberweisung muss man die Bankzugangsdaten und den Transaktionscode einem fremden Dienstleister übergeben, was laut Geschäftsbedingungen der Banken nciht zulässig ist. Wenn dieser Zahlungsweg angegriffen wird, schaut der Kunde in die Röhre.

Die Bahn glaubt, die Kunden an sich binden zu können, indem sie das Geld nicht mehr erstattet. In Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall. Wem Steine in den Weg gelegt werden, der sucht sich nächstes Mal andere Wege bzw. Verkehrsmittel, um ans Ziel zu gelangen.