Medizintechnik Auszeichnung für Patientensicherheit

Auch in diesem Jahr haben die Deutsche Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE und das Aktionsbündnis für Patientensicherheit den »Preis für Patientensicherheit in der Medizintechnik« vergeben.

Den mit 5000 Euro dotierten ersten Preis erhält ein Team um Dipl.-Ing. Karin Somerlik-Fuchs von Inomed Medizintechnik in Emmendingen. Der zweite Preis mit einem Preisgeld von 1500 Euro geht an Lorenz Müller von der Fachhochschule Münster. Die Übergabe der Preise erfolgt im Rahmen der Jahrestagung der VDE|DGBMT in Frankfurt am 25. September 2019.

Somerlik-Fuchs erhält den ersten Preis gemeinsam mit Prof. Dr. med. Werner Kneist von der Universitätsmedizin Mainz und Prof. Dr.-Ing. Klaus-Peter Hoffmann vom Fraunhofer IBMT, St. Ingbert für ihre Arbeit »Intraoperatives Neuromonitoring des autonomen Nervensystems im kleinen Becken«. Das Neuromonitoring ermöglicht es, Nerven während einer Operation zu schützen.

Nerven gezielt schützen

Für einige operative Eingriffe und Körperregionen ist das Neuromonitoring mittlerweile etablierter und evidenzbasierter Standard. Denn Operationen im Bereich von Nervenbahnen bergen grundsätzlich das Risiko von Nervenschädigungen, oft verbunden mit starker Beeinträchtigung der Lebensqualität von Patienten und hohen Folgekosten für das Gesundheitssystem.

Die vorliegende Arbeit beschreibt die langjährige Etablierung eines intraoperativen Neuromonitoringsystems, ausgehend von Grundlagenuntersuchungen bis hin zur Planung einer multizentrischen Studie zur Überprüfung des klinischen Effektes. Durch die Arbeit von Somerlik-Fuchs wird es möglich, während einer Operation im kleinen Becken, wichtige Nerven, die beispielsweise für eine ordnungsgemäße Blasenentleerung, die Enddarm- oder auch Sexualfunktion zuständig sind, eindeutig zu identifizieren und vor einer unbeabsichtigten Schädigung zu schützen. Erste Studien zeigen Erfolge, welche die Reduktionen solcher patientenrelevanter Komplikationen belegen. Die Reduktion vermeidbarer unerwünschter Wirkungen durch Verwendung des von Somerlik-Fuchs und Kollegen entwickelten Systems stellt damit einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit von Patienten dar, die sich einem operativen Eingriff im kleinen Becken unterziehen müssen.

Den zweiten Preis erhält Lorenz Müller für seinen Beitrag »Patientensicherheit durch partizipative Beschaffungsprozesse in Gesundheitseinrichtungen«.