Intel präsentiert seine Zukunftsvisionen Aus Embedded-Systemen werden intelligente Systeme

Ton Steenman ist Vice President und General Manager von Intels Intelligent Systems Group.
Ton Steenman ist Vice President und General Manager von Intels Intelligent Systems Group.

Bereits einen Tag vor Eröffnung der embedded world lud Intel seine Partner und Kunden zu einer eigentlich geheimen Veranstaltung ohne Presse ins Nürnberger Sheraton-Hotel ein. Die Elektronik durfte trotzdem exklusiv dabei sein, als Intel eine neue System-Kategorie definierte, die sogenannten »intelligenten Systeme«.

Gemäß dem Motto »Was mit den Ultrabooks geklappt hat, wird auch im Embedded-Markt klappen« hat Intel erklärt, warum man ab sofort nicht mehr von embedded-Systemen sprechen wird, sondern vielmehr mit »intelligenten Systemen« einmal mehr eine neue Kategorie definiert hat. Intels Embedded-Systems-Group wurde in »Intelligent-Systems-Group« umbenannt, ihr General Manager Ton Steenman (Bild) erläuterte, dass vor allen Dingen durch die Vernetzung von Systemen (z.B. die Vernetzung von Fabrikautomatisierung mit der IT) die Datenmengen explodieren und neue Anforderungen an die Sicherheit gestellt werden. Mit seinen Partnern will man validierte Lösungen in Form von Chips, Betriebssystemen und Softwarekomponenten anbieten. Intel-Kunde Siemens erklärte dazu, dass z.B. durch die Überschneidung von Produktion, Service und Entwicklung im Autobereich, wo Daten vom Service ins Design zurückfließen, eine enorm große Komplexität entsteht.

Drei strategische Zielmärkte wurden definiert: Automotive, Kommunikation und Verkauf. Die übrigen Märkte wie Medizinelektronik sollen von Partnern und Distributoren bedient werden. Im Autobereich will Intel die Hersteller unterstützen, den »digitalen Lebensstil« aus dem Haus auch ins Auto zu übertragen. Zudem sollen die heute in Oberklassen-PKWs vorhandenen mehr als hundert Steuergeräte und Hunderte Millionen Codezeilen konsolidiert werden. Intel wird hierzu mehr und mehr branchenspezifische SoCs herausbringen.
Im Kommunikationsbereich verfolgt man den sogenannten  4:1-All-in-One-Ansatz. Dabei will Intel ganzheitliche Lösungen für die Anwendungen und Services, die Datenpaketverarbeitung im Netzwerk, die Übertragungsalgorithmen und die Signalübertragung mit dem Ziel, mehr Teilnehmer ins Netzwerk zu bekommen, bereitstellen.

Intel-Kunde Adidas gab mit der »Shopping Wall« ein Beispiel für eine Verkaufs-Applikation: Da die Firma 55.000 Produkte im Programm hat, von denen im Laden aber im Schnitt nur 2.500 vorhanden sind, kann sich der Käufer die übrigen visuell anzeigen lassen - der Vorteil eines Online-Shops wird quasi in den Laden übertragen. Zudem kann der Käufer mehr Informationen über real existierende Produkte abrufen, als auf dem Preisschild darstellbar wären. Um dieses Projekt, das im ADIDAS-Laden in New York in wenigen Wochen debütieren wird, zu realisieren, müssen Daten aus 50 Datenbanken zusammengeführt werden.

Die Marktforschungsfirma VDC Research sieht für die nächsten Jahre drei Trends: Im Automobilbereich eine Verdreifachung der Systeme mit Virtualisierung (14 % in 2013 gegenüber 5 % in 2011), Cloud-Computing auch in Embedded-Systemen und ein doppelt so hohes Wachstum von intelligenten Systemen (31 % pro Jahr) gegenüber herkömmlichen, d.h. nicht vernetzten, embedded-Systemen (15 % pro Jahr). Als Folge dessen steigt laut VDC der Anteil der intelligenten Systeme von 39 % in 2011 bis 2013 auf 51 %.