Marktbereinigung bei Softwareentwicklungs-Tool-Firmen Artisan und Aonix fusionieren zu Atego

Konsolidierung im Software-Markt: Der UML-Tool-Hersteller Artisan und Aonix, Spezialist für Java und Ada, legen ihre Geschäfte zusammen.

Artisan war im vergangenen Jahr schon durch zwei Übernahmen aufgefallen: die hierzulande unbekannte »Brass Bullet« und der Braunschweiger Automobilzulieferer Extessy waren in Artisan aufgegangen. Nun verschwindet Artisan selbst und geht in Atego, dem Mischunternehmen aus Aonix und Artisan auf. Artisan ist Hersteller der Entwicklungsumgebung Artisan Studio, die für den modellorientierten Software-Entwurf mittels UML und SysML genutzt wird.

Aonix bedient die Ebene des Quellcodes mit seinem Ada-Compiler und ist bekannt für seine echtzeitfähige Java Virtual Machine PERC. Beide Firmen überschneiden sich in ihrem Produktangebot praktisch nicht, ergänzen sich aber gut.

Artisan war ursprünglich überwiegend im Besitz von Finanzinvestoren. 2007 ging dann durch ein Management-Buy-out die Mehrheit an den CEO James E. Gambrell über, der auch weiterhin im Unternehmen bleibt. Er wird sich als »Executive Chairman« um die strategische Ausrichtung des Unternehmens und zukünftige Übernahmen kümmern.

Das Tagesgeschäft verantwortet der bisherige Aonix-CEO Pierre Cesarini, der auch bei Atego die Position des CEO innehaben wird. Die Mehrheit des fusionierten Unternehmens liegt beim Management, bei den Beschäftigten und bei den Altgesellschaftern. Mit der Fusion sind aber auch die zwei institutionellen Anleger ETV und Spark Ventures eingestiegen.

Die Hauptniederlassung von Artisan Deutschland hat ihren Sitz seit der Übernahme von Extessy in Wolfsburg. Eine zweite Geschäftsstelle befindet sich in der Nähe Münchens, wo auch Aonix eine Präsenz hat. Diese beiden Geschäftsstellen werden höchstwahrscheinlich zusammengelegt.