Computersysteme AMD kauft SeaMicro

Die kalifornische SeaMicro baut »Atom-Technik« – besonders energieeffiziente Server mit hunderten von Intel-Atom-Prozessoren. Diese Intel-Einseitigkeit dürfte nun bald ein Ende haben.

Zum Preis von 334 Millionen US-Dollar hat AMD die kalifornische SeaMicro Inc. übernommen, einen Hersteller von energieeffizienten „Microservern“. Die Server von SeaMicro enthalten 256 bis 384 Intel-Atom-Prozessoren oder 64 Intel-Xeons. Ein Produkt mit AMD-Prozessoren hat SeaMicro bis jetzt nicht im Lieferprogramm.

Die vielen Prozessoren in den Servern von SeaMicro können zwar z.B. über Ethernet miteinander kommunizieren, rechnen ansonsten aber isoliert vor sich hin. Gemeinsam genutzten Speicher wie in einem massiv-parallelen Großrechner gibt es nicht. Bezüglich der Architektur sind die SeaMicro-Server den sog. Blade-Servern vergleichbar, die Internet-Hoster an Kunden vermieten und die über eine Web-Oberfläche verwaltet werden. SeaMicro realisiert diese Einzel-Server auf sehr effiziente Weise, indem stromsparende Prozessoren verwendet werden und Festplatten sowie Stromversorgung gemeinsam genutzt werden.

Kernstück der Technik von SeaMicro ist ein selbst entwickeltes ASIC, das die Prozessorn über PCI-Express vernetzt. Diese Technik kann nicht nur auf Intel-Prozessoren angewendet werden und so kommentiert Lisa Su, Vice President von AMD: »Die einzigartige Prozessorvernetzung ist eine der Kronjuwelen für die Cloud. Wir werden diese Technik mit unserer Erfahrung im Prozessordesign verbinden und damit das am schnellsten wachsende Segment des Servermarkts angehen: low-power, low-cost, high-bandwidth.«

SeaMicro soll bei AMD als Geschäftseinheit »Data Center Server Solutions« weitergeführt werden. Erste Produkte mit den Fabric-Bausteinen von SeaMicro und mit AMD-Prozessoren sollen noch dieses Jahr auf den Markt kommen.