Jubiläum 50 Jahre Intel

Intels Headquarter „SC1“ in Santa Clara in den frühen 1970er-Jahren. Zuvor war das Unternehmen in einem angemieteten Gebäude in Mountain View beheimatet.
Intels Headquarter »SC1« in Santa Clara in den frühen 1970er-Jahren. Zuvor war das Unternehmen in einem angemieteten Gebäude in Mountain View beheimatet.

Ursprünglich begann Intel als Hersteller von Speicherchips. Prozessoren wurden erst später zum Markenkern des Unternehmens. Aufstieg und Schicksal des PCs sind eng mit der Geschichte von Intel verknüpft.

Am 18. Juli 1968 gründeten Robert Noyce und Gordon Moore Intel. Wenig später stieß als erster Angestellter Andy Grove dazu, der später zum CEO aufstieg und das Unternehmen in den achtziger und neunziger Jahren leitete. Heute weckt der Name Intel sofort Assoziationen mit Prozessoren und dem „Moore‘schen Gesetz“. Ursprünglicher Gründungszweck von Intel war 1968 jedoch die Herstellung von Halbleiterspeichern für Computer. Damals waren vielfach noch Ringkernspeicher im Einsatz, bei denen ein kleiner hartmagnetischer Metallring durch einen Strom so stark magnetisiert wird, dass ein remanentes Magnetfeld bleibt. Im April 1969 stellte Intel sein erstes Produkt vor: den Direktzugriffsspeicher 3101. Dies war ein Baustein mit 64 bit Speichervermögen, der die Bipolartechnik nutzte, ein damals bereits etabliertes Verfahren, mit dem Intel aber am schnellsten ein marktreifes Produkt erzeugen konnte.

Gleichzeitig hatte Intel aber auch am Silizium-Gate-Metalloxid-Halbleiterspeicher geforscht. Das erste Produkt mit diesem Verfahren war der SRAM-Chip 1101, der 1969 auf den Markt kam. Intel hatte hierbei erstmals Silizium- statt Metall-Gates verwendet.

Die Entwicklung dieses Chips ging auf eine Ausschreibung von Honeywell zurück. Honeywell hatte angekündigt, 64-bit-SRAMs von jedem Unternehmen zu kaufen, das sie herstellte. Das 64-bit-SRAM war zwar doppelt so schnell wie die bereits auf dem Markt befindlichen SRAMs, wurde dann aber nicht von Honeywell verwendet. Intel hatte stattdessen Erfolg bei anderen Kunden.

Beginn der PC-Ära

Der erste Mikroprozessor, den Intel vorstellte, war 1975 der 4004, ein 4-bit-Prozessor, den Intel auf Anregung eines japanischen Herstellers von Tischrechnern entwickelt hatte. Als erster 8-bit-Mikroprozessor kam 1972 der 8008 auf den Markt, der noch einige zusätzliche Hilfschips benötigte. Als erster vollwertiger Prozessor im heutigen Sinne gilt sein 1974 eingeführter Nachfolger 8080. Der wichtigste Meilenstein und Grundlage für den bis heute andauernden Erfolg von Intel war sicherlich der 1978 vorgestellte Mikroprozessor 8086 und sein abgespeckter Bruder 8088 (1979). Mit IBM als Kunden, die den Prozessor in ihre neu auf den Markt gebrachten „Personal Computer“ einbauten, und den vielen „PC Clones“, die bald darauf auf den Markt kamen, begann für Intel ein beispielloser Siegeszug.

Exponentielles Wachstum

Ebenso beispiellos waren die Fortschritte in der Integrationsdichte der Halbleiterfertigung. Intel-Gründer Gordon Moore äußerte schon 1965 in der amerikanischen Fachzeitschrift Electronics die Beobachtung, dass sich die Komplexität integrierter Schaltkreise jährlich verdoppelt. 1975 korrigierte er den Zeitraum für die Verdoppelung jedoch auf zwei Jahre. Komplexität bei integrierten Schaltungen wird mit Anzahl der darin enthaltenen Transistoren gemessen. Während der 8086 etwa 20.000 Transistoren hatte, haben heutige Prozessoren vier (Smartphones) bis circa zehn Milliarden Transistoren. Allerdings hat sich das exponentielle Wachstum in den letzten Jahren abgeflacht.

Um die Verdoppelung der Transistorzahl zu erreichen, muss die Breite der Halbleiterstrukturen um etwa ein Drittel sinken. Der Aufwand für diese Verkleinerung steigt von Mal zu Mal, sodass auch die Kosten für entsprechende Halbleiterfabriken exponentiell wachsen. Dass das Wachstum nicht mehr so weitergeht wie bisher, ist daran zu erkennen, dass sich die Einführung des 10-nm-Prozesses von Intel bereits um gut zwei Jahre gegenüber früheren Schätzungen verzögert hat, und Intel von seinem »Tic-Toc«-Modell (Tic = Architekturverbesserung, Toc = Strukturverkleinerung) zu einem »Tic-Tic-Toc«-Modell übergegangen ist. Auch die Tatsache, dass Intel die Zahl der in seinen Prozessoren integrierten Transistoren nicht mehr veröffentlicht, spricht dafür, dass das Moore‘sche Gesetz seine Gültigkeit verloren hat.