Elektronische Baugruppen Kosten und Ressourcen -optimieren

Die Lebensdauer von Elektronikbaugruppen und -systemen kann sehr unterschiedlich lang sein: Bei Konsum-Produkten vergehen zum Teil nur wenige Monate, bis eine neue Entwicklung mit noch mehr Funktionen aufgelegt wird. Bei manchen Investitionsgütern dagegen müssen Baugruppen über mehrere Jahrzehnte verfügbar und ohne Wenn und Aber zu fertigen sein. Bei diesen Langläufern bieten sich viele Möglichkeiten, während deren gesamter Lebensdauer Kosten zu sparen und Ressourcen für Neues freizumachen.

Fixkosten in variable Kosten zu wandeln ist fast zum Zauberwort in der modernen Unternehmensführung geworden. Im Hin- und Her zwischen Boom und Baisse lässt sich mit niedrigen Fixkosten die Bilanz verbessern, sehr flexibel auf aktuelle Gegebenheiten reagieren und dadurch die Wettbewerbsfähigkeit steigern.

Zum einen fallen variable Kosten nur dann an, wenn tatsächlich auch etwas Wertschöpfendes „passiert“, zum zweiten sind sie in voller Höhe als Betriebsausgaben anrechenbar. Sie müssen also nicht, wie eine Investition, über Jahre hinweg abgeschrieben werden. Zudem besteht immer das Risiko, dass eine gerade getätigte Investition - z.B. ein Entwicklungssystem oder ein Bestückungsautomat - schon bei der Inbetriebnahme überholt ist. Durch geschicktes, strategisches Auslagern an einen Dienstleister lassen sich solche Fixkosten in variable Kosten wandeln und so das unternehmerische Risiko senken.

Planen im Produktlebenszyklus

Betriebswirtschaftliche Modelle zeigen, wie sich Gewinn, Gewinnrate und Umsatz während der fünf Produktphasen - Einführung, Wachstum, Reife, Sättigung und Degeneration - entwickeln. Dieser zeitlichen Entwicklung trägt in aller Regel ein Produkt-Geschäftsplan Rechnung: Wieviel kann mit dem Produkt verdient werden? Chancen-Risiken-Analyse, Ressourcen-Vorhaltung, Finanzierung.

In der Praxis enthält der Produktlebenszyklus die Bereiche:

  • Produktidee,
  • Konzept,
  • Entwicklung,
  • Materialwirtschaft und Fertigung,
  • Logistik,
  • Service,
  • Redesign und Obsolescence-Management,
  • End-of-Life-Management.

In allen diesen Bereichen schlummern arttypische Potenziale. Effizient genutzt - z.B. durch das Einbinden externer Dienstleister und Spezialisten - bedeuten sie für das Unternehmen einen Gewinn an finanziellen, investiven und personellen Ressourcen.

Bei der Entwicklung sind vielfältige Funktionen und gegenseitige Verknüpfungen zwischen Elektronik, Mechanik und Software zu beachten, die sich über den Test, das Management der Lieferkette, die Produktion und Logistik bis hin zum Kundendienst auswirken. Die Darstellung im Bild verdeutlicht, wie sehr Elektronik, Mechanik und Software ineinandergreifen. 

Mit Dienstleistern profitieren

Der sinnvolle Einsatz von Dienstleistern, das „Kaufen“ extern erbrachter Leistungen, kann für Unternehmen grundsätzliche Vorteile bieten. Dies gilt für alle Phasen eines Produktlebenszyklus und für alle Bereiche in der Entwicklung, der Fertigung und des Lieferketten-Managements. Mit dem richtig gewählten Partner bedeutet dies:

  • Zugriff auf bisher nicht vorhandenes Know-how von erfahrenen Fachleuten und Spezialisten und folglich
  • die Möglichkeit, sich ganz auf die eigenen Stärken zu konzentrieren.
  • Die Chance, schnell und flexibel auf Marktschwankungen zu reagieren und Kapazitätsengpässe zu überbrücken; das geht einher mit
  • der Vermeidung von Fixkosten, die als variable Kosten nur dann anfallen, wenn auch Leistung gebraucht und „gekauft“ wird.

Der Auftraggeber profitiert durch die Einbindung spezialisierter Dienstleister, aber auch im Einkauf der elektronischen Bauteile und Komponenten und bei Zulassungen und Zertifizierungen. Durch strategische Partnerschaften und die Bündelung von Einzelvolumina können Auftragsfertiger zu günstigeren Konditionen einkaufen als ihre Kunden.

Die Fokussierung auf Entwicklung und Fertigung elektronischer Baugruppen und Systeme sorgt dafür, dass Auftragsfertiger alle relevanten Normen, Vorschriften und Gesetze, die für Zulassungen und Zertifizierungen zu beachten sind, genau kennen und stets auf dem neuesten Wissenstand sind. Dies kann wertvolle Zeit sparen - vor allem, wenn Produkte weltweit angeboten werden sollen und unterschiedliche nationale Normen und Zulassungen zu beachten sind: Das Einarbeiten in Normen und Gesetze entfällt und die praktischen Erfahrungen des Dienstleisters reduzieren das Risiko erheblich, eine Zertifizierung zu verfehlen - kein zweiter Anlauf, keine Überarbeitung oder gar Neuentwicklung.